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Kann ich meine Feinde segnen?

Mit Gottes Segen schicken wir unser Wohlwollen zu den Menschen. Wir wünschen dem anderen, dass er vom Segen Gottes durchdrungen wird und so in Einklang mit sich selbst kommt. 

Der Autor Pierre Pradervand beschreibt in einem seiner Bücher, wie er seinen Job verloren hat. Eine Welt bracht für ihn zusammen, er war enttäuscht und wütend auf seinen Chef. In seiner Verzweiflung segnete er seinen Chef und erlebte danach ein Wunder. Sein Hass löste sich auf, er sah wieder klar und sein Leben nahm eine positive Wende. Er hat entdeckt, dass sich durch Segnen eines anderen das eigene Bewusstsein verändert. Er konzentrierte sich im Segnen auf das universell Gute und auf die Liebe nicht nur zu dem Gesegneten, sondern auch zu sich selbst.

Durch den Akt des Segnens laden wir potenziell Gutes ein, sich in der sichtbaren Welt zu manifestieren. Wir machen aus dem Möglichen etwas real und konkret Positives, wir schaffen eine gute neue Wirklichkeit. Wir richten uns innerlich positiv aus, wenn wir anderen unabhängig von Aussehen oder Verhalten aus tiefstem Herzen „Alles Gute!“ wünschen. Das mag im ersten Moment nicht so ganz einfach sein, vor allem, wenn wir gerade voller Wut und Ärger sind. Oft müssen wir dann erst unseren inneren Widerstand überwinden.

In dem Moment, wenn wir mit unseren Gedanken zum möglichen Guten wechseln, dieses Gute dem anderen wünschen – und diesen Gedanken wiederholen und vertiefen, am besten auch aussprechen –, beginnt die Veränderung in uns selbst und in der Welt. Durch den Akt des Segnens unterbrechen wir den Teufelskreis der ständigen Bewertungen und Abwertungen und lösen damit auch unsere Selbstblockade. Wir lösen uns von Problemen, von Ärger, Wut und anderen destruktiven, unheilsamen Denk- und Glaubensmustern in dem Augenblick, in dem wir anderen Gutes sagen und Gutes wünschen.

Psychologen wissen: Alles, was wir mit Aufmerksamkeit anfüllen, wird groß. Wenn wir uns auf unseren Ärger oder unsere Wut ausrichten, werden diese in unserem Bewusstsein wachsen, genauso werden umgekehrt auch Liebe und Wohlwollen wachsen, wenn wir uns darauf ausrichten. Mit der Veränderung der Blickrichtung ändern wir auch den Energiefluss. Das entspricht dem allgemeinen Grundsatz, dass Energie immer der Aufmerksamkeit folgt – im Positiven wie im Negativen.

Jesus konkretisiert die Feindesliebe im Lukasevangelium mit den Worten: „Segnet die, die euch verfluchen.“

Bei Segenskursen lädt Anselm Grün die Teilnehmer ein, sich zu überlegen, wer sie in der letzten Zeit verletzt hat oder mit wem sie Schwierigkeiten haben. Diesen Menschen sollen sie dann 15 Minuten lang segnen, entweder in der Stille mit inneren Worten oder aber mit der Segensgebärde. Sie sollen die Hände zum Segen erheben und sich vorstellen, wie Gottes Segen zu diesem Menschen strömt.

Anselm Grün beschreibt eine Situation aus einem seiner Kurse, in der eine Frau einen Menschen segnen sollte, der sie tief verletzt hatte. Die Frau war davon überzeugt, dass sie das nicht könne. Anselm Grün sagte ihr, sie müsse es nicht können, aber sie solle es probieren. Als sie es tat, machte sie eine heilsame Erfahrung. Sie sagte anschließend: „Der Segen war für mich wie ein Schutzschild, sodass der andere mich nicht mehr verletzen konnte. Und ich bin im Segnen ausgestiegen aus meiner Opferrolle. Ich habe mich aufgerichtet und aktiv eine gute Energie zu diesem Menschen geschickt. Das hat mir gutgetan. Ich kann diesem Menschen jetzt anders begegnen.“

Wir schicken mit Gottes Segen auch unser Wohlwollen zum anderen. Wir wünschen dem anderen, dass er vom Segen Gottes durchdrungen wird und so in Einklang mit sich selbst kommt. Manche meinen, die Anweisung, den zu segnen, der einen verflucht, sei eine Überforderung. Aber wenn wir es ausprobieren, werden wir merken, wie viel Weisheit in diesem Wort Jesu steckt.

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Heutige Psychologen haben immer wieder festgestellt, dass das Segnen gerade der Menschen, mit denen wir Schwierigkeiten haben, unsere Beziehung zu ihnen verändert und oft genug auch den anderen innerlich verwandelt. Wir segnen den anderen nicht, damit er sich ändert, sondern wir segnen ihn, damit er ganz er selbst wird, frei wird von seinen eigenen selbstverletzenden Lebensmustern.

Wir wünschen ihm im Segen alles Gute, auf dass er der einmalige Mensch wird, der er von Gott her ist. Wenn er ganz er selbst ist, können wir mit ihm auf neue Weise umgehen. So wird der Segen für ihn auch für uns zum Segen. Wir sollten also jeden Tag nutzen, um Ereignisse und Menschen zu segnen. Es gibt viele Gelegenheiten, uns und andere auf das Gute auszurichten. Unser Segenswunsch kann sich auf das Kommende richten, aber auch auf das Vergangene. Wir können segnen, damit etwas gelingen möge, aber auch, dass ein Geschehen, das man selbst nicht mehr ändern kann, sich zum Guten entwickelt.

Misslingen, Versagen, Enttäuschung und so weiter, mit den dazugehörenden Gefühlen wie Wut, Verzweiflung oder Angst, sind eine natürliche Begleiterscheinung unseres Lebens. Wir können diese destruktiven, unerwünschten Ereignisse und Gefühle als Anlass nehmen, innezuhalten und nachzudenken: Was ist wirklich passiert? Gegen wen richtet sich unser Groll?

Wenn wir das Geschehen, z. B. Worte oder Entscheidungen, zunächst als ein Ereignis betrachten, haben wir den ersten Schritt in die richtige Richtung getan, wir sagen: „Das ist passiert.“ Dann betrachten wir dazu unsere Bewertung dieses Ereignisses, beispielsweise: „Mir geschieht Unrecht.“ Im zweiten Schritt benennen wir unsere Gefühle, etwa „ich bin enttäuscht“ oder „ich bin wütend.“ Gefühle sind eine natürliche Reaktion auf das Ereignis und dürfen da sein, aber nicht für immer und ewig. Negative Gefühle schaden dem Subjekt, mehr als dem Objekt. Der Hassende leidet mehr als der, der von ihm gehasst wird. An diesem Punkt können wir uns bewusst gegen innere Hass-Tendenzen entscheiden und die betreffende „böse“ Situation bzw. den betreffenden „bösen“ Menschen segnen.

Eine Einladung

Segne Menschen, die Dich verletzt oder enttäuscht haben.

Betrachte die Situation so nüchtern wie möglich:

  • Was ist tatsächlich passiert?
  • Welche Gefühle hast Du?
  • Welche Impulse hast Du? Sind diese segensreich?
  • Entscheide bewusst, aus der selbstzerstörerischen Dynamik negativer Gefühle auszusteigen und auf Rache und Vergeltung zu verzichten.
  • Vergebung ist eine Entscheidung, die Du jetzt triffst.
  • Beschließe das mit einem Segensritual, in dem Du das vermeintlich „Böse“ oder den „Bösen“ segnest.

Leicht abgewandelt aus Anselm Grün/Friedrich Assländer: Segen - Die heilende Kraft, ab S. 33.

Fotos: CC0 Creative Commons by StockSnap.

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Bei uns erschienen

Negative Gefühle schaden uns meist mehr, als dem anderen. Daher ist verzeihen wichtig.

Sieben Verlage unter einem Dach - Kamphausen.Media aus Bielefeld mit den Imprints jkamphausen, Aurum, fischer&gann, Theseus, Lüchow, LebensBaum sowie der Tao.Cinemathek verlegt seit über 30 Jahren Bücher in den Themenbereichen Persönlichkeitsentwicklung, ganzheitliche Gesundheit, Meditation, Spiritualität und Psychologie. Ergänzt wird die klassische Verlagsarbeit durch die Selfpublishing Portale tao.de und Meine Geschichte. Unser Ziel ist es, mit unseren Produkten jeden Menschen auf seinem Entwicklungsweg in seinen Talenten und seinem Bewusstsein, seinem Glück und seiner Essenz bestmöglich zu unterstützen.
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