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Die Kraft des Segnens -
Ein Gespräch mit Friedrich Assländer

Friedrich Assländer arbeitete viele Jahre als Manager in einem Finanzkonzern.
Seit 1984 ist er als Trainer und Unternehmensberater tätig. © Foto Koch, Kitzingen

Ein Buch zum Thema Segen - das klingt im ersten Moment ganz schön altmodisch, vielleicht sogar religiös verbrämt. Und doch hat sich Friedrich Assländer bei seinem jüngsten Buchprojekt gerade für dieses Thema entschieden. Warum gerade Segen? Wir haben mit Herrn Assländer darüber gesprochen, wie Segen in alltäglichen Situationen unser modernes Leben bereichern kann. 

Herr Dr. Assländer, was bedeutet es, jemanden oder etwas zu segnen?

Segnen heißt im Lateinischen benedicere, wörtlich zurück übersetzt heißt es dann „Gutes sagen“. Wenn wir gut zu oder über andere Menschen reden, ist das segensreich. Darüber hinaus können wir Gutes wünschen, was in den Alltag bereits vielfach eingegangen ist, wenn wir andere eine „Gute Fahrt“, einen „Guten Tag“ „Gutes Gelingen“ usw. wünschen. Nur ist das leider oft sehr gedankenlos eine leere Formel. Wenn wir es bewusst tun, ist das immer ein guter Segenswunsch.

Was hat Sie dazu bewegt, sich intensiver mit der Bedeutung von Segen und Segnen auseinander zu setzen?

Der Impuls kam von Joachim Kamphausen (Verleger Kamphausen Media) und hat mich sofort angesprochen. Pater Anselm hat schon verschiedenes zu diesem Thema geschrieben. Ich habe mich zum ersten Mal tiefer mit diesem Thema auseinandergesetzt. Es war eher intuitiv, „das interessiert mich, das Thema will ich tiefer verstehen“. Und wenn man darüber schreibt oder auch Kurse gibt, lernt man selbst am meisten.

Wieso ist die Praktik des Segnens trotz der kulturellen Unterschiede in allen Regionen der Welt bekannt?

Es ist wohl ein uraltes Wissen der Menschheit, dass wir Einfluss haben auf unser Wohlergehen. Die moderne Psychologie weiß, dass die Energie den Gedanken folgt. Gute Gedanken werden also Gutes nach sich ziehen und auch umgekehrt. In der Bibel finden wir immer wieder die Worte von Jesus nach einer Wunderheilung: Dein Glaube hat dir geholfen. Das meint „dein positives Denken“.

Weshalb ist es für mein eigenes Leben heilsam, wenn ich andere segne? Was macht die Segenshandlung mit mir?

Das hat jeder schon erfahren, wenn ich anderen Gutes tue, geht es mir selbst auch besser. Es ist das Erleben, sich auf etwa Gutes auszurichten und oft auch die Reaktion des anderen, ein Lächeln oder Danke. Es schafft ein Klima des Vertrauens und der Liebe für alle Beteiligten. Wir zeigen im „Gutes-Sagen“ Respekt, der in unserer Kultur immer weiter zurückgeht, weil Menschen lieber andere abwerten, Schlechtes sagen. Eine gefährliche Entwicklung.

Bestimmte Gesten, wie beispielsweise das Handauflegen, sind eng mit der Segnung verbunden. Warum?

Menschsein findet im Körper statt. Wir sind eine Leib-Seele-Einheit. Was der Körper spürt, löst sofort eine seelisch-emotionale Reaktion aus. Mit der Geste, auch schon mit dem Körperkontakt z.B. beim Händeschütteln, aktivieren wir seelische Prozesse stärker als mit Worten allein. Es muss jedoch immer angemessen sein.

Wie schaffe ich es, Segen und Segnen in meinen Alltag zu integrieren? Gibt es Momente, in denen sich eine Segnung besonders anbietet?

Jeder kann es sich zur Gewohnheit machen, immer wieder bewusst den Segen, die Fülle um sich herum, zu sehen und dafür zu danken. Der Dank verwandelt den Segen in Freude. Wir können auch für die Schwierigkeiten des Lebens danken, sie sind wichtige Bausteine für unsere Entwicklung. Am Wichtigsten ist es, negative Gefühle wie Wut oder Ärger umzuwandeln, zu neutralisieren, denn sie schaden mir selbst mehr als dem Objekt dieser Gefühle. Wenn ich die Person oder die Situation segne, also das Gute suche und anspreche, geht es mir selbst wieder besser.

Welcher Aspekt des Segnens fasziniert Sie am meisten?

Es ist meine Freiheit, über mein Denken, Sagen und Tun Situationen emotional zu verändern.

In welchen Situationen fühlen Sie sich gesegnet?

Es ist inzwischen eine Grunderfahrung, täglich: mein Leben, meine Gesundheit, meine Kinder, meine Fülle und der Alltagsärger, der dann das Gelungene und Schöne umso wertvoller macht.

Herr Dr. Assländer, vielen Dank für das Gespräch!
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Sieben Verlage unter einem Dach - Kamphausen.Media aus Bielefeld mit den Imprints jkamphausen, Aurum, fischer&gann, Theseus, Lüchow, LebensBaum sowie der Tao.Cinemathek verlegt seit über 30 Jahren Bücher in den Themenbereichen Persönlichkeitsentwicklung, ganzheitliche Gesundheit, Meditation, Spiritualität und Psychologie. Ergänzt wird die klassische Verlagsarbeit durch die Selfpublishing Portale tao.de und Meine Geschichte. Unser Ziel ist es, mit unseren Produkten jeden Menschen auf seinem Entwicklungsweg in seinen Talenten und seinem Bewusstsein, seinem Glück und seiner Essenz bestmöglich zu unterstützen.
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