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Brauchen Paare Therapie?

Katharina Middendorf und Ralf Sturm berichten abwechselnd über ihren Alltag als Paar-Therapeuten

© Ferhat Topal

von Ralf Sturm

Eine Liebesbeziehung ist nicht etwas, das man ständig optimieren kann. Schon gar nicht durch das Beenden der Partnerschaft oder ein Partner-Upgrade. Das soll durch Paartherapie auch nicht geschehen. Was tatsächlich passiert ist Entwicklung, die zusammen stattfindet. Dabei ist das Verlassen der eigenen Komfort-Zone manchmal der erste notwendige Schritt, der wieder in gemeinsames Glück führt.

Wer wünscht sich nicht eine glückliche und erfüllte Partnerschaft?

Den Anfang fast jeder neuen Beziehung begleitet das Gefühl: „Das ist so schön wie noch nie!“. Doch irgendwann kommt fast unvermeidlich auch das „Schon wieder, so ein...“ ins Leben mit der Liebe. Warum läuft es nicht irgendwann mal rund? Warum ecken wir in unseren Partnerschaften immer wieder an oder laufen auf Grund?

Partnerschaft als Entwicklungsraum

Der US-amerikanische Paartherapeut David Schnarch nennt die Ehe eine „Menschen-Entwicklungs-Maschine“. Schon der Buddha wusste das. Um die eigene Persönlichkeit zu entfalten empfahl er, sich nicht alleine in eine Höhle zurück zu ziehen, sondern sich mit Menschen zu umgeben, die sich ebenfalls von alten Mustern befreien wollen. Eine langfristige verbindliche Beziehung kann so ein Raum sein, in dem man sich gemeinsam Halt und Schutz gibt und doch herausfordernd bleibt.

Was tun, wenn der Partner stur bleibt?

„Aber mein Partner will sich ja gar nicht entwickeln. Und ich will mich nicht immer an ihn anpassen müssen“, das hören Paartherapeuten weltweit wahrscheinlich sehr häufig. Nach den hormonellen Flitterwochen kommt man irgendwann an die ersten Streitpunkte, bei denen man aus Vernunft noch nachgibt oder kompromissbereit ist.

Ebbe im Bett

Irgendwann stauen sich aber kleine Widerstände an, und man möchte sich nicht mehr für den Partner verbiegen. Manche beginnen sogar sich regelrecht vor dem Menschen, nach dem sie sich einst gesehnt haben, zu ekeln. Spätestens dann ist auch Flaute im Sexleben. Angesammelter Ärger und Vorwürfe treiben uns immer weiter weg vom Partner – manchmal in den Beruf oder in Hobbys; manchmal auch in die Arme eines anderen Menschen. Zumindest kann man sich schon mal woanders hinträumen.

Was tun?

Eine Paartherapie oder Paarberatung – beide Begriffe müssen nicht immer klar voneinander abgegrenzt werden – kann beiden Partnern helfen, sich wieder an den Grund zu erinnern, warum man gemeinsam gestartet ist, und zu schauen wo man hin möchte. Manchmal wünscht sich einer der Partner besonders, dass der andere entweder ein bestimmtes ungewünschtes Verhalten beendet (oder endlich ein gewünschtes Verhalten aufnimmt). Manche Probleme sind dadurch lösbar. Manchmal hilft es auch, zu erkennen, dass es unlösbare Probleme gibt – die trotzdem nicht zum Ende der Beziehung führen müssen.

Neue Intimität

In gemeinsamen Gesprächen im Rahmen von Paarberatung oder Paartherapie wird ein Prozess in Gang gebracht, in dem beide Partner aus ihrer Sicht eine für sie passende Lösung finden. Denn Differenzen anzuerkennen ist nicht das Ende von Intimität. Es ist – im Gegenteil – der Beginn einer wirklich erwachsenen Beziehung. Wer manchmal an den Punkt kommt, wo er denkt: „Wenn das so weitergeht, dann reicht es mir!“, ist oft tatsächlich kurz davor eine großen Schritt zu machen. Und der muss nicht das Ende der Beziehung sein. Er kann darin liegen, tiefer einzusteigen.

Wie geht es weiter?

So etwas zu erkennen dauert nicht lange. Schon im ersten gemeinsamen Gespräch wird das Thema fokussiert, ein Auftrag für die Umsetzung zuhause und die weiteren Termine entwickelt. Manchmal bringt das schon Steine ins Rollen. Wesentliche Veränderungen sind meist nach drei bis vier Gesprächen sichtbar, im Falle von systemischer Paartherapie dauert es meist nicht länger als zehn Sitzungen. Eine Investition, nicht teurer als eine Wochenendreise – aber mit anhaltender Wirkung auf den Alltag.

Innenansichten


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Sieben Verlage unter einem Dach - Kamphausen.Media aus Bielefeld mit den Imprints jkamphausen, Aurum, fischer&gann, Theseus, Lüchow, LebensBaum sowie der Tao.Cinemathek verlegt seit über 30 Jahren Bücher in den Themenbereichen Persönlichkeitsentwicklung, ganzheitliche Gesundheit, Meditation, Spiritualität und Psychologie. Ergänzt wird die klassische Verlagsarbeit durch die Selfpublishing Portale tao.de und Meine Geschichte. Unser Ziel ist es, mit unseren Produkten jeden Menschen auf seinem Entwicklungsweg in seinen Talenten und seinem Bewusstsein, seinem Glück und seiner Essenz bestmöglich zu unterstützen.
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