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So findet Dein Körper wieder Ruhe -
Das Nervensystem der 'Paracetamoles'

Lasst uns mehr auf das Positive achten, auf das, was uns entspannt und was wir genießen, meint Susan Marletta Hart

von Susan Marletta Hart

Dein Körper hat zwei Systeme: eines zum Genießen und eines zum Verteidigen. Mit anderen Worten: Eines zum Entspannen und eines zum Aktivsein. In der westlichen Anatomie wird das System zum Entspannen als parasympathisches Nervensystem bezeichnet. Und das aktive System ist das orthosympathische Nervensystem, kurz gesagt der Sympathikus. Um sie entsprechend ihrer Funktion zu erinnern, dachte ich an eine Eselsbrücke: para steht für Paracetamol, also steht das parasympathische Nervensystem für Entspannung. Mit anderen Worten: Das paracetamole Nervensystem. Und bei orthosympathisch erinnere ich mich an das Wort Kieferorthopäde, diesen Mann oder diese Frau, die mit einer Zange an den Zähnen ansetzt und Schmerzen verursacht.

Der zentrale Regelvetter mit zwei Zweigen

Diese beiden Nervensysteme bilden zusammen das autonome Nervensystem. Das autonome Nervensystem ist ein enorm wichtiges Organ in unserem Körper: Es verbindet und koordiniert alle wesentlichen und unbewussten Prozesse und Aufgaben. Zusammen mit dem Hormonsystem erhält es die Bedingungen in unserem Körper, unserer inneren Umgebung. Jedes Organ unseres Körpers hat einen Zweig beider Systeme: Es hat mit unserem Denken im Gehirn zu tun, aber auch mit den lebenswichtigen Organen in unserer Brust und unserem Bauch. Die beiden Nervenstammäste verbinden sozusagen alles mit allem.

Sie sind die zentralen Versorungsleitungen, mit, vereinfacht gesagt, zwei Hauptaufgaben:

  • Sie machen Dich aktiv,
  • Sie bringen Dich wieder zur Ruhe.

Der (ortho-)sympathisierende Mensch koordiniert die Aktion, reagiert wachsam im Gefahrenfall. Er ist unser Beschleuniger.

Der Parasympathikus koordiniert Entspannung, Lust und Erholung, regeneriert den Körper. Es ist unser Bremspedal.

Körper im Gleichgewicht

Im Idealfall wechseln beide Systeme bei Bedarf unter anderem unter dem Einfluss von Tageslicht miteinander und halten uns so im Gleichgewicht. Das orthosympathische Nervensystem reguliert den Stress durch den Reaktionsmechanismus von Kampf oder Flucht. Ärzte und Forscher haben viel Wissen darüber.

Der Parasympathikus ist jedoch ebenso wichtig, wohlmöglich noch wichtiger in unserer Zeit von Stress und Hektik. Seltsamerweise wissen die Ärzte viel weniger darüber, denn seltsamerweise wurde viel weniger daran geforscht. Moderne Ärzte lernen nicht viel über den Parasympathikus. Das ist verständlich: Die christliche Moral hat die Medizin längst beherrscht, und das tut sie immer noch in Ländern wie Amerika. Der Parasympathikus ist eng mit unserer Sexualität verbunden, und das ist nicht das Thema, das in christlichen Kreisen frei und ungezwungen diskutiert werden konnte und kann. Sexualität war und ist oft etwas, das lieber unter den Teppich gekehrt wird.

Vergnügen und Sexualität

Der Parasympathikus hat die Aufgabe, feine Gefühle von Freude, Entspannung und Erholung im Körper zu koordinieren und zu erhalten. Das Parasympathische ist somit das Gegenstück zum geschäftigen, aufwachsenden, nie beruhigenden orthosympathischen Nervensystem. Das Paracetamol-Nervensystem reguliert unseren Körper und Geist, indem es die Gefühle der Milde, Liebe und Emotion reguliert. Es ist mit unseren Gonaden durch das Kreuzbein verbunden. Sexuelle Erfahrung steht also in direktem Zusammenhang mit Entspannung; über die parasympathischen Bremspedale werden Gefühle der Zuneigung, Liebe und Ruhe genutzt, um das Bewusstsein und den Körper zu entspannen. Auch der Parasympathikus arbeitet eng mit den Sinnen zusammen und nutzt sensorische Informationen, um Entspannung im Körper zu erzeugen. Darüber hinaus ist es mit Deinen lebenswichtigen Organen wie dem Herzen verbunden. Von dort aus werden Gefühle der Liebe, aber auch der Einheit und Akzeptanz durch den Parasympathikus erzeugt und im ganzen Körper verbreitet.

Die zentrale Tastspitze

Der Parasympathikus kann eigentlich als die zentrale Achse des Gefühls beschrieben werden, denn

  • Er weckt diese meist positiven Gefühle;
  • Er läuft zentral durch den Körper;
  • Er weist die Hormondrüsen an, zum Beispiel angenehmere Hormone zu produzieren.

Dhea zum Beispiel ist eine solche Substanz, die Dir ein angenehmes Gefühl gibt. Oxytocin ist eine weitere Hormonsubstanz, die in Deinem Körper schlummert und darauf wartet, dass sie aktiviert wird.

Wirst Du beispielsweise auf angenehme Weise, bei einer Massage oder während eines Liebesspiels berührt, wird das Hormon Oxytocin freigesetzt. Cortisol und Serotonin spielen ebenfalls eine Rolle und vermitteln wiederum positive Gefühle von Entspannung, Genuss und Wohlbefinden. Es ist äußerst wichtig, diese Phasen der Bewegung und des Wohlbefindens zu haben, nicht nur, weil es einfach in Ordnung ist, sondern auch, weil der Parasympathikus in diesen Phasen den Stoffwechsel und die Zellerneuerung stimuliert. Er sorgt dafür, dass Dein Körper in Zeiten angenehmer Ruhe wieder aufgebaut wird und füllt die Reserven auf, z.B. durch die richtige Anregung der Durchblutung und des Immunsystems.

Der Parasympathikus: Ihr Bremspedal

Kurz gesagt, das Parasympathische ist unser Bremspedal. Es besteht aus drei Teilen:

  • ein Teil stammt aus dem Bereich des Halses und hat Abzweige zu Deinen Sinnen;
  • ein weiterer Teil stammt aus dem Kreuzbein, das untere Rückgrat ist mit der unteren Hälfte des Wirbels und des Beckens verbunden;
  • Der dritte, der Vagusnerv, geht zu den meisten Deiner lebenswichtigen Organe im Stamm.

Die Teile eins und zwei sammeln Informationen, Teil drei liefert Informationen.

Hast du schon mal eine Katze gestreichelt? Eine Katze kuschelt gerne endlos an zwei Stellen: unter ihrem Kinn (im Hals) und direkt vor ihrem Schwanz. Dann drückt sie ihren unteren Rücken gegen Deine Hand. Genau das sind die Bereiche, die auch evolutionär mit Freude und Entspannung in uns Menschen verbunden sind. Auf der einen Seite genießen die Sinne, die sich meist in der Nähe unseres Halses befinden (Hals, Mund, Ohren, Nase), Dinge, die wir mögen, was wir gerne sehen, schmecken, hören und riechen. Andererseits geben die Geschlechtsorgane beim Sex ein Zeichen dafür, dass es uns gut geht, dass wir Spaß haben und entspannt sind. Beide kommunizieren mit der Feuchtigkeit und geben dem Körper durch das parasympathische Nervensystem Reize und Impulse über den Zustand von uns in Muße, Genuss und Entspannung.

Das große Unbekannte

In westlichen medizinischen Büchern ist die Erklärung des Parasympathikus oft zu trocken und trifft nicht den Kern. So stößt man beispielsweise auf folgende Beschreibung: "Ein Reiz des Sehnervs (Irritation) bewirkt eine Erhöhung der Augenflüssigkeit und damit eine Erhöhung der Aktivität des parasympathischen Patienten". Dies ist eine sehr abstrakte Erklärung, die der Tiefe der Wirkung nicht gerecht wird. Denn wie neutral kannst du etwas wie Emotion oder Liebe beschreiben? Was tatsächlich passiert, ist eigentlich ein wunderbarer Prozess: Wenn man einen geliebten Menschen, wie sein Kind oder seinen Partner sieht, bekommt man feuchte Augen (Erhöhung der Tränenproduktion), die das Herz direkt über den Vagusnerv berühren, aber auch angenehme Hormone wie Oxytocin ausscheiden lassen.

Dann wussten die alten Heiler viel mehr über das Bremspedal oder das Paracetamole-Nervensystem, zu berichten. Nicht so seltsam, denn das Paracetamol gab es noch nicht, also musste man wirklich eine gute Alternative haben! Und diese boten zum Beispiel Energieübungen, Tantra und Meditation in Hülle und Fülle! Mehr dazu möchte ich dir in einem nächsten Blog erzählen.

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