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Was wäre, wenn?

Ein Mädchen schreibt eine Geschichte über eine wundersame Reise und überrascht und berührt mit ihrem tiefen, umfassenden Wissen ihre Leser

von Jutta Böttcher

© NeONBRAND on Unsplash

Schon vor meiner Arbeit mit Aurum Cordis war ich sehr häufig im Gespräch mit Eltern, die zum Teil erstaunliche Erlebnisse mit ihren Kindern hatten - aber selten das Wagnis eingehen konnten, in aller Offenheit darüber zu sprechen. Ich erinnere mich besonders intensiv an eine Mutter, die zur Weihnachtszeit zu mir kam. Ich erinnere mich bis ins Detail – und sie erscheint mir besonders geeignet, gerade jetzt erneut erzählt zu werden. Aus meiner Sicht hat sie etwas sehr Weihnachtliches.

Was wäre, wenn es wahr wäre?

Die Mutter erzählte: „Ich habe einen Brief von meiner Tochter erhalten, die zurzeit in Canada ein High School Jahr absolviert. Er enthält einen Aufsatz von ihr, der mich so tief berührt, dass ich gern mit Ihnen darüber sprechen würde. Einerseits scheint er eine esoterisch anmutende Phantasiegeschichte zu sein, andererseits aber so voller tiefen Wissens, so umfassend, dass er mich gar nicht loslässt. Zum einen frage ich mich, woher sie diese Phantasie nimmt und zum anderen aber auch woher diese Weisheit. Und nicht zuletzt…“, und sie zögerte, als sie diese Frage aussprach... „Was wäre, wenn es wahr wäre?“

The Golden Age

Mit diesen Worten gab sie mir den Brief. Ich entfaltete ihn und da las ich: The Golden Age. Wie die Mutter mir berichtete, hatten die Schüler die Aufgabe erhalten, eine Geschichte zu einem Phänomen zu schreiben, das in Canada zur damaligen Zeit the hum genannt wurde. Gemeint war damit ein tiefer Brummton, den immer mehr Menschen zu hören schienen. Es war kein Tinnitus - für viele Ärzte ein wirkliches Rätsel, für die betroffenen Menschen eine wahre Tortur. Es kursierten Gerüchte, dass es militärische Versuche gäbe, Menschen mittels bestimmter Frequenzen zu beeinflussen. Die Menschen, die den tiefen Ton wahrnehmen, hätten eine besondere Wahrnehmung und würden entsprechend darunter leiden.

Die Schumann-Frequenz

Die junge Verfasserin des Aufsatzes jedoch bot mit ihrer Geschichte eine ganz andere und viel hoffnungsvollere Erklärung für das Phänomen an. Im Mittelpunkt der von ihr beschriebenen Szenerie stand ein von dem tiefen Brummton seit Jahren gequälten Mann. Er hatte von der These erfahren, dass sich die Grundfrequenz der Erde – auch Schumann-Frequenz genannt – in einem tiefen Brummton äußere. Diese Tatsache habe erhebliche Auswirkungen auf die Wahrnehmungsfähigkeit mancher Menschen, insbesondere jedoch auf jene der aktuell zur Welt kommenden Kinder. Die These besagte, dass diese Kinder wacher wären und über eine schnellere und umfassendere Auffassungsgabe verfügen würden.

Begegnung mit dem verrückten Professor

Als Held einer Art Phantasy-Geschichte bricht der Mann sofort auf, um nach jenem etwas merkwürdigen Professor zu suchen, der diese These aufgestellt hatte. Er trifft ihn in der Bibliothek mit einigen sehr alten Büchern befasst. Als er ihn auf die Schumann-Frequenz anspricht, scheint dieser nicht im Geringsten überrascht zu sein. Der Held der Geschichte jedoch ist zunächst ungläubig und vermutet wieder einmal - wie so viele Male zuvor - an jemanden geraten zu sein, der sich eher über ihn lustig macht als die Tiefe seines Problems zu erkennen.

Der Wachtraum

Wie der Zufall es will, muss der Professor in den Unterricht. Damit erhält der Mann die Möglichkeit, sich in die alten Bücher zu vertiefen und sie sogar mit nach Hause zu nehmen. Über der Lektüre gerät er in eine Art Wachtraum. Plötzlich befindet er sich in dem wunderbaren Gebäude einer atlantischen Universität, mit dessen detailgenauer und liebevoller Beschreibung die Tochter meiner Klientin den Leser förmlich einlädt, ihrem Helden zu folgen.

Die School of Life

Der Mann erhält die Gelegenheit, an verschiedensten Unterrichtseinheiten teilzunehmen. Fasziniert lasse ich mich in die Schilderung förmlich einsaugen.

Am meisten beeindruckt mich die Schilderung einer School of Life. Dort lernen die Schüler, dass alles miteinander verbunden ist und wie sie als Mikrokosmos zugleich den Makrokosmos abbilden. Eindrucksvoll erwähnt die junge Geschichtenschreiberin die Ähnlichkeit, die in einer Skizze zwischen der Struktur des Sonnensystems, eines Atoms und einer Knochenzelle zu entdecken ist.

Das Heilungserlebnis

Am Schluss der Geschichte trifft er auf eine Heilerin mit dem Namen Elaine. Sie erklärt ihm sein Symptom als Auswirkung der Frequenzerhöhung der Erde und damit als ein Signal für kommende gute Zeiten - für das Golden Age. Noch während er das Heilungserlebnis als warmen Strom durch seinen Kopf beschreibt, wird es wieder dunkel um ihn. Er erwacht zuhause in seinem Bett.

Zu seinem großen Erstaunen ist der quälende Ton in seinem Kopf verschwunden. Er hat verstanden und braucht das Signal nicht mehr. Quasi als Vergewisserung der im Traum geschauten Wahrheit findet er in seiner Hand einen kleinen pyramidenförmigen Kristall, den ihm Elaine während der Heilungszeremonie gegeben hatte.

© Iñaki del Olmo on Unsplash

Eine wunderbare und wundersame Erklärung

Damit endet die wunderbare und wundersame Geschichte, die die Tochter meiner Klientin über ein Phänomen geschrieben hatte, das im gewöhnlichen Verständnis unserer von Trennung bestimmten Welt Anlass zu den schlimmsten Vermutungen von Verschwörung und Bedrohung gegeben hatte.

Welche Reife für ein 16-jähriges Mädchen, ihre Sichtweise in eine derart komplexe und tiefgehende Geschichte zu kleiden – aber keine Seltenheit für die vernetzte Wahrnehmungsfähigkeit hochsensibler Menschen.

Raum für Wunder

Wie hatte meine Klientin mich gefragt? „Was wäre, wenn es wahr wäre?“ Ihre Tochter hat mit dieser Geschichte eine typisch hochsensible Eigenschaft wie sie auch im Fachbuch Hochsensibilität beschrieben wird, sichtbar gemacht. Sie hat Grenzen geöffnet, ist in neue und ungewöhnliche Räume eingetaucht und hat daraus ganz andere als die bisher üblichen Betrachtungsweisen eingeladen. Sie hat mit dieser Geschichte den Raum für Wunder geöffnet!

Was wäre, wenn es wahr wäre? Wenn hochsensible Menschen den Mut finden, ihrer Wahrheit wieder zu vertrauen und aus ihr zu berichten, könnte es sein, dass wir alle eine Wahrheit wieder für möglich halten, von der wir uns selbst getrennt haben.

Außerhalb der Norm?

Dafür - so habe ich in den Jahren meiner Arbeit bei Aurum Cordis gelernt - ist es von größter Bedeutung, gerade den Kindern zuzuhören. Es ist überaus wichtig, sie davor zu schützen, aufgrund ihrer Wahrnehmungsfähigkeit als außerhalb der Norm betrachtet zu werden und früh daran zu erkranken. Dabei ist gerade die Sorge der Eltern ernst zu nehmen, die befürchten, dass ihr Kind keinen Platz auf dieser Welt finden könnte. Sie gilt es zu stärken, damit sie ihren Kindern den sicheren Kokon bieten können, in dem diese sich zu den Wesen entfalten können, die sie schon sind, wenn sie diese Erde erreichen.

Ich empfinde es so: Die hochsensiblen Kinder haben nicht vergessen, woher sie kommen. Sie sind Bewusstsein, dem die Trennung der Geburt seine wesentlichsten Erkenntnisse aber gelassen hat. Schon als Babys - so berichten mir die Eltern – sind diese Kinder überaus wach und ihre aufmerksamen Augen stets auf der Suche nach einer Intensität von Kontakt, die sie ansonsten schmerzlich zu vermissen scheinen. Vermissen aber können wir nur das, was wir schon kennengelernt haben.

Was wäre, wenn..?

Um daran glauben zu können, brauchen wir die Kinder, die sich trauen, so wunderbare Geschichten zu schreiben; sich so unverfälscht in einem Lachen zu äußern oder ihrem eigenen Erstaunen ehrlich fragend Ausdruck zu verleihen.

Bewusstsein dieser Art kommt kindlich und unschuldig auf die Welt - wie das Christuskind, dessen Geburt wir in den nächsten Tagen erneut feiern werden.

Jutta Böttcher ist Herausgeberin des Fachbuchs Hochsensibilität und spricht beim Fachkongress Hochsensibilität

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