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Zehn vor zwölf!

Katharina Middendorf und Ralf Sturm berichten abwechselnd über ihren Alltag als Paar-Therapeuten

von Katharina Middendorf

Bei dem Wort Paartherapie denken die meisten an Beziehungsszenarien, die sich zwischen fünf vor zwölf und fünf nach zwölf abspielen. Also kurz vor dem Super Gau oder direkt nach der Explosion. In beiden Fällen gehen die Paare mit dem inneren Satz nach Hause: „Das hätten wir mal früher machen sollen!“ Warum aber holt man sich erst Hilfe, wenn die Kacke schon am dampfen ist?

War was?!

Die ersten lauten Auseinandersetzungen oder stillen Enttäuschungen haben noch leichtes Spiel. Der Speicher an liebevollen und zärtlichen Erinnerungen ist prall gefüllt. „Einmal ist keinmal“ oder „Das kommt in den besten Beziehungen vor“ oder „War was?“ – je nach Typ fallen die Besänftigungen ganz unterschiedlich aus. Was alle gemeinsam haben: Das Gefühl, das der Kelch auch ohne Zutun einfach so an einem vorbei ziehen wird, und sich die gute, alte zärtliche Zeit wieder von ganz alleine einstellt. Der Kampf zwischen Hoffen und Bangen beginnt leise.

Wir kriegen das auch so hin!

Das kann durchaus sein! Nicht selten sind externe Stressfaktoren die eigentlichen Übeltäter, wenn der Liebessegen schief hängt. Das erste gemeinsame Kind, eine begonnene Selbstständigkeit, Krankheit... Sind diese Stressoren dann wieder weg, kann alles tatsächlich von ganz alleine wieder ins Lot kommen. Manchmal hinterlässt aber eine Zeit des Stresses und des Streits auch Narben. Oder der Streit und die Enttäuschung sind zur Gewohnheit geworden und bleiben, auch wenn der Stress sich verabschiedet hat. Stück für Stück wird es Beziehungswahrheit: Wir haben ein Problem! In den Gesprächen ist man sich einig: Das kann so nicht weitergehen. Wir kriegen das aber schon in den Griff.

So nicht. Aber wie dann?

Und auch das stimmt. Viele Paare kriegen ihre Liebesbeziehung und ihre Partnerschaft durch Gespräche, Rücksichtnahme und die Bereitschaft das zu tun, was der andere sich wünscht, wieder auf die Schienen. Doch manchmal bleibt dabei auch etwas auf der Strecke und die Versuche misslingen, wieder in eine erfüllende Beziehung miteinander zu treten. Die Paare wissen, dass es so nicht weitergehen kann, aber bei der Frage nach dem „Wie dann?“ herrscht Unsicherheit, vielleicht auch Trotz oder Resignation. Viele Versuche sind gescheitert und man weiß einfach nicht mehr weiter. Die meisten Paare entscheiden sich hier, alles stillschweigend weiterlaufen zu lassen. Nur wenige suchen sich Hilfe.

Neu verhandeln!

In einer Paartherapie, die sich mehr dem „Wie geht’s weiter?“ als dem  „Warum sind wir hier gelandet?“ widmet, kann ziemlich schnell Schwung in die Resignation kommen. Hier geht es nicht darum, Tipps zu bekommen, die man auch in guten Ratgebern nachlesen kann, sondern darum, sich Fragen zu stellen deren Antwort man noch nicht kennt. Und so kann eine Paartherapie durch die Fragen des/der Therapeuten zu einem spannenden Beziehungsquiz werden, das Dinge, die zu bewahren sind bewahrt, und Dinge, die es zu verändern gilt, verändern kann.

Ende gut, alles gut?

Was am Ende gut ist, entscheidet das Paar. In den meisten Fällen wird das Miteinander durch die Therapie schöner. In anderen Fällen wird deutlich, dass das Miteinander nicht wieder schöner werden kann. Beides kann für das Paar gut sein. Und egal was am Ende dabei herauskommt, die meisten denken sich: „Das hätten wir eher machen sollen!“ Bei den Paaren, die sich fürs „Unter Teppich kehren“ entschieden haben, besteht die Chance, dass sich konservierter Ärger in Unzufriedenheit und letztendlich manchmal (ehe man es bemerkt) sogar in Ekel verwandelt.

Nicht weitersagen!

Liegt es am Wort Therapie? Liegt es am gesellschaftlichen Bild, das Paare die eine Therapie brauchen defizitär sind? Unter dem Blick der Vernunft lässt sich das ganz anders betrachten: Die Chancen, dass sich durch Therapie ein unhaltbarer Zustand verändert, sind sehr hoch. Und die Chancen, dass sich diese Veränderung positiv auf die Beziehung und den Einzelnen auswirkt ebenso. Die Chancen sinken jedoch rapide, wenn man erst in die Beratung geht, wenn es bereits zehn vor zwölf ist. Da hat sich Paartherapie als Präventionsmaßnahme, die sogar Spaß machen kann, einfach noch nicht rumgesprochen.

Für Einzel- und Paartermine können Sie unsere Autoren in der Berliner Praxis oder per Skype oder Telefon kontaktieren: 

Middendorf · Sturm
Praxis für Paar- und Sexualtherapie

Riemeisterstr. 114

14169 Berlin

Tel.: +49 (0) 30 98375922

info@middendorf-sturm.de
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