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Drei Gründe für schlechten Sex

Katharina Middendorf und Ralf Sturm berichten abwechselnd über ihren Alltag als Paar-Therapeuten

von Ralf Sturm

Kein Paartherapeut vergisst sein erstes Paar. Ich erinnere mich regelmäßig an Heidrun und Frank, weil ihr Thema immer wieder in meiner Praxis auftaucht. Auf meine betont allgemein gehaltene Frage: „Worum geht es denn eigentlich beim Sex?“ – mit der ich etwas über seine sexuellen Glaubenssätze erfahren wollte – antwortete Frank: „Na darum, dass die Frau einen Orgasmus hat!“

Das Ziel steht im Weg

Kein großes Wunder, dass es den beiden nicht gut ging. Denn die Idee, dass ‚guter Sex‘ mit einem Orgasmus für beide Partner enden soll – möglichst noch gleichzeitig –, hat sich durchgesetzt. Nicht wenige haben dafür gekämpft, dass daraus allgemeines Gedankengut geworden ist. Und die Idee war ja auch gut. Leider leiden jetzt beide Geschlechter darunter. In der folgenden Beschreibung sind Mann und Frau deshalb austauschbar.

Glaubenssatz Nr. 1: „Sie soll auch Spaß daran haben“

Glaubenssatz Nr. 1 sorgt für Druck bei ihr: Frank wollte eine Reaktion von Heidrun sehen. Wie ein Orgasmus aussehen muss, wissen wir Männer seit Harry und Sally. Aber wozu führt das, wenn wir Zucken und Stöhnen brauchen als Bestätigung für das, was wir bei unserer Partnerin veranstalten? Es kann sein, dass die Frau dann noch weniger Spaß hat. Denn manchmal ist es ganz schön anstrengend sich darauf konzentrieren zu müssen, Lust zu erleben. Der Erfolgsdruck wirkt dann als Bremse auf die sexuelle Erregbarkeit.

Glaubenssatz Nr. 2: „Er muss es richtig machen“

Glaubenssatz Nr. 2 sorgt nun für Druck bei ihm: Wenn Heidrun sich nicht dafür entscheidet, Frank etwas vorzuspielen, so wie Meg Ryan das im oben erwähnten Film im Restaurant tut, dann ‚arbeitet‘ er verstärkt weiter, um endlich eine Reaktion von ihr zu bekommen. Aber: so lange jemand auf der Bremse steht, kann das Liebesspiel keine Fahrt aufnehmen. Da kann Frank noch so sehr auf das Gaspedal treten, sprich: an seiner Technik feilen. Selbst wenn er eine erogene Zone findet – die möchte gerade eben nicht reagieren ‚müssen‘.

Zeit für schlechten Sex!

Warum wir als Lösung zu ‚schlechtem Sex‘ raten? Um den Druck, dass Sex immer etwas Besonderes sein muss, herauszunehmen. Es kann für beide entlastend sein, wenn man sich einfach nur zum Sex verabredet – und seine Erwartungen daran erst einmal herunterschraubt.

Vorteil Nr. 1: Entspannung für SIE

Diejenige, der gerade verwöhnt wird, muss sich nicht anstrengen in echte Begeisterung zu geraten. Es muss auch nichts vorgespielt werden. Wir dürfen nun vor einem kleinen Nebeneffekt warnen: Es kann dazu führen, dass man plötzlich überrascht ist, was man alles fühlen kann, wenn man nicht muss. Denn wenn die sexuelle Bremse gelöst ist, muss der Partner manchmal gar nicht betont nach einem Gaspedal suchen. Manchmal können dann schon Kleinigkeiten Dinge in Bewegung und Erregung bringen.

Vorteil Nr. 2: Entspannung für IHN

Derjenige, der den Partner verwöhnt, muss sich nicht anstrengen irgendetwas richtig zu machen. Wenn einer die Zustimmung des anderen hat, sich selbst an dessen Körper zu erfreuen, dann kann er das einfach genießen ohne bei jeder Berührung darüber nachdenken zu müssen, ob das für sein Gegenüber gerade die ‚richtige‘ Berührung ist.

Vorteil Nr. 3: Möglichkeit für echte Verbindung

Wenn beide so ohne Erfolgsdruck miteinander spielen, entsteht auf einmal Raum für das, was wir so gerne als ‚Realität‘ bezeichnen. Denn eigentlich hat man ja im Bett zusammengefunden, weil man Interesse aneinander hat. Wenn sich jetzt keiner mehr bemühen muss dem anderen gerecht zu werden, hat man paradoxerweise seine Sinne frei, um sich selbst und den anderen wahrzunehmen – ohne ein bestimmtes Ziel vor den Augen zu haben, das oft leider nur die Sicht verdeckt. So kann am Ende plötzlich doch etwas für beide herausspringen.

Für Einzel- und Paartermine können Sie unsere Autoren in der Berliner Praxis oder per Skype oder Telefon kontaktieren: 

Middendorf · Sturm
Praxis für Paar- und Sexualtherapie

Riemeisterstr. 114

14169 Berlin

Tel.: +49 (0) 30 98375922

info@middendorf-sturm.de
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