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Fühlst Du Dich immer wie andere?
Laut dieser Studie ist das überhaupt nicht seltsam

Wenn Du manchmal nicht weißt, welche Gefühle von Dir selbst stammen und welche von Deinem Gegenüber, ist das verwirrend, aber nicht schlimm. Du bist wahrscheinlich besonders altruistisch!

von Susan Marletta Hart

Empathie und Altruismus sind Eigenschaften, die wahrscheinlich nicht bei allen gleichermaßen entwickelt sind. Sie sind nützlich und manchmal sehr unangenehm. Hochsensible Menschen haben diese Fähigkeit oft stark entwickelt, ob sie es mögen oder nicht. Ob es ihnen passt oder nicht. Sie fühlen, was eine andere Person fühlt.

In meinem Beruf als Therapeutin benutze ich Bauch, Zwerchfell und Brust, um zu fühlen, was mein Klient fühlt. Ich nenne dies energetische Arbeit. Ich verwende eine Technik, die ich im Laufe der Jahre entwickelt und perfektioniert habe. Mit dem mitfühlen, was ein anderer fühlt, sich mit dem mitbewegen, wohin sich der andere bewegt, miterleben, was der andere (in meinem Fall mein Klient) fürchtet, quält oder oft versucht zu vermeiden.

Neuronale Empfindlichkeit

Es zeigt sich, dass nicht jeder Mensch diese Fähigkeit gleich stark hat. Was für mich eine Selbstverständlichkeit ist, ja eine Qual für viele Jahre meines Lebens, liegt manchmal und manchmal nicht in der Hand eines Gegenübers. Meine jüngste Tochter schien es schon früh auszuprägen: mit zwei, drei Jahren sah ich bei ihr Gefühle, die sie von mir 'übernahm'.
Und ich selbst habe mich zum Beispiel oft in Männer verliebt, weil sie starke Gefühle für mich hatten. Das war sehr verwirrend!
Alles, was den Schmerz, die Angst und die Verliebtheit anderer Menschen übernimmt und widerspiegelt, kann äußerst verwirrend und irreführend sein.

Forscher der University of Pennsylvania haben nun durch MRI-Scans gezeigt, dass manche Menschen stärker auf die Gefühle anderer reagieren, als andere. Sie untersuchten dies speziell mit Schmerz- und Angstgefühlen. Die neuronale Empfindlichkeit erwies sich als mit einem kleinen Gehirnbereich verbunden, nämlich der Amygdala (dem vorderen Teil dieses Bereichs). Bei Menschen, die mitfühlen, ist die Amygdala stärker in der Lage, das Leiden anderer zu sehen.

Die Forschung verlief wie folgt:

Zunächst wurden bestimmte Personen ausgewählt, deren Verhalten bereits als sehr altruistisch (oder auch selbstlos) eingestuft wurde. Insgesamt 29 Personen hatten die außergewöhnliche Spende einer gesunden Niere an einen anonymen Empfänger begangen. Diese Personen wurden dann in verschiedenen Tests mit 28 zufällig ausgewählten anderen Probanden verglichen, um festzustellen, ob tatsächlich hochgradig altruistische Verhaltensweisen mit einer außergewöhnlichen Empfindlichkeit gegenüber Angst und / oder Schmerz von anderen zusammenhängt. Selbst, wenn es sich dabei um völlig fremde handelt.

Diese 29 außergewöhnlichen Altruisten wurden mit 28 normalen und gesunden Erwachsenen verglichen. Nach der Beantwortung eines Fragebogens zur Feststellung allgemeiner Empathie wurde jeder Einzelne mit einem Fremden verbunden. Sie mussten eine Reihe von 90 Aufgaben ausführen und wurden per Video untersucht. Vor allem aber wurde die Gehirnaktivität der Probanden in der letzten Runde durch Sensoren am Gehirn gemessen. Die Teilnehmer erlitten beide den gleichen Schmerzreiz. Die fMRT verfolgte dabei, was währenddessen im Gehirn der verschiedenen Probanden vor sich ging.

Beim Vergleich der beiden Reaktionen im Gehirn zeigte sich eine unverkennbare Ähnlichkeit zwischen der Gehirnaktivität durch die eigenen Schmerzen und der Gehirnaktivität durch die an anderen beobachteten (gefühlten) Schmerzen. Diese Forschung liefert einen unbestrittenen Beweis dafür, dass Menschen mit ausgeprägter neuronaler Empfindlichkeit fühlen können, was eine andere Person empfindet, und dass dies oft zu einer Eigenschaft außergewöhnlich altruistischen Verhaltens führt.
Es ist unbestreitbar, dass die Nierenspender eine stärkere neuronale Sensibilität für das Unbehagen anderer Menschen zeigen und dass die Amygdala dabei eine wichtige Rolle spielt.

Wer bin ich, wenn ich dich fühle?

Sich verringern, kleiner und kleiner werden oder sich selbst opfern. Leider ist dies ein Verhalten, über das Du wenig Kontrolle hast. Du bist einfach so, ob Du es willst oder nicht. Dieses Ergebnis meiner Recherche überrascht mich nicht. Es beweist aber, dass die inneren Kämpfe hochsensibler Menschen keine Übertreibung sind, sondern HSP vielen emotionalen Verwirrungen ausgesetzt sind. „Wer bin ich wenn ich dich fühle? Wo fange ich an und wo endest du?“

Um einen gesunden Teil des eigenen Körpers einem Fremden zu geben (wie etwa eine Spenderniere), ist ein starkes, fast absurdes Gefühl der Selbstlosigkeit erforderlich. Doch diesen Altruisten wird häufig nicht einmal mit Lob begegnet, sie werden oft von Familie und Freunden verabscheut: „Wie kannst du so etwas Dummes tun?“

Außergewöhnlicher Altruismus

Es gibt also tatsächlich eine Eigenschaft, die in der Sozialwissenschaft als außergewöhnlicher Altruismus bekannt geworden ist. Die Psychologin Kristin Brethel-Haurwitz von der University of Pennsylvania beweist mit ihrer Forschung den Zusammenhang zwischen außergewöhnlichem Altruismus und der Empfindung vom Unbehagen anderer, als wäre es das eigene Unbehagen.

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