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Should I stay or should I go?
Trennen oder zusammen bleiben?

Katharina Middendorf und Ralf Sturm berichten abwechselnd über ihren Alltag als Paar-Therapeuten

von Ralf Sturm

Für den Beginn einer Paarbeziehung sind zwei notwendig. Für das Ende reicht einer. „Einigkeit über Trennung“ ist meist eine Illusion. Mit welchen Fragen nähert man sich einer Entscheidung?

In guten wie in schlechten Zeiten?

Auch im 21. Jahrhundert gilt noch eine sehr alte Idee. Wenn zwei Menschen eine Partnerschaft eingehen, dann ist – trotz aller Lebenserfahrung – immer noch der Wunsch zugrunde liegend: dass man zusammen bleiben möge, bis man vom Tod geschieden wird. Keiner möchte „nur mal schauen“. Die Liebe ist und bleibt ein Sehnsuchtsort. 

Trotzdem kommt es immer wieder dazu, dass man überlegt ein solch zentrales Lebensprojekt aufzulösen. Man ringt mit der Frage ob man zusammen bleiben soll oder nicht, auch – oder gerade wenn – man doch diesmal alles „richtig“ machen wollte. In unserer Praxis für Paartherapie in Berlin ist dann Entschleunigung das Motto der Stunde.

„Jetzt muss eine Entscheidung her!“

Der schwierige Weg vor der Trennung – die Auseinandersetzung mit der Frage „Gehen oder bleiben?“ – kann und sollte nicht beschleunigt werden. Egal was passiert (oder nicht passiert) ist: der Verlassende (denn eine Trennung „im gegenseitigen Einvernehmen“ gibt es meist nur in der Boulevardpresse) wird immer mindestens zwei Herzen in seiner Brust spüren. Im Fachjargon nennt man das Ambivalenz.  Und die sollte nicht übergangen werden, nach dem Motto: „Jetzt muss eine Entscheidung her!“

Wenn man keine eindeutigen Antworten hat, sind Fragen nützlich. Eine Frage die unserer Meinung nach häufig zu wenig gestellt wird lautet: „Was hat mich bisher daran gehindert, mich zu trennen?“ Sie trägt – gerade in schwierigen Zeiten – oft auch eine Würdigung der bisherigen Biographie in sich. Gründe außerhalb der Paarbeziehung sind oft schnell aufgezählt: Die Kinder, das Haus und/oder die Finanzen. Meist werden die weniger als ein Grund zum Zusammenbleiben gewogen, als die Hinderungsgründe innerhalb des Paares. Was gab oder gibt es beim Partner, das mir wichtig war/ist? Was in der Beziehung zwischen uns. Gibt es noch ein „Hoffen“ oder bereits mehr ein „Befürchten“?

Liebe oder Partnerschaft? Die verpönte Kosten-Nutzen-Rechnung

Keiner möchte sich gerne als Buchhalter einer Paarbeziehung fühlen. Aber gerade hier wird man immer wieder mit der Notwendigkeit des Abwägens konfrontiert. Eine Beziehung ist nicht nur der Raum in dem man sich entfalten kann – sie zeichnet sich auch immer wieder durch Einschränkungen aus.

Und dann kommt zwangsläufig die Frage: Wie hoch ist der Einsatz den ich (noch) für meine Partnerschaft leisten will, bzw. kann?  Ihr folgt die Überlegung: Wie weit mache ich meinen Einsatz von dem abhängig, was ich von meinem Partner erwarte.

Man trifft da auf zwei Gesetze: In einer Paarbeziehung erwarten wir, dass es „gerecht“ zugeht – wer auch immer bestimmt was das bedeutet. In einer Liebesbeziehung kann es nicht gerecht zugehen. Und muss es auch gar nicht. Liebe braucht keine Gerechtigkeit. Aber manchmal fragt man sich: Wo ist die Liebe hin? Nachdem was Du mir angetan (oder nicht getan) hast?  (Wann ist es genug? Von Katharina Middendorf)

Ist zu spät zu spät?

Ist das Versäumte nachzuholen, oder ist der Zug abgefahren?  Es mag überraschend klingen, aber: Gutes Streiten kann vor der Scheidung bewahren. Solange man sich über den anderen ärgert ist man in Kontakt. Schluckt man zu viel herunter kristallisiert sich das in Unzufriedenheit. Die bezieht man aber bereits nicht mehr auf den anderen, sondern macht sie mit sich selbst aus... so lange, bis man beginnt sich vor dem anderen zu ekeln. Dort angekommen hat man eine schlechte Prognose für das Zusammenbleiben – es sei denn, man schafft es das in gemeinsamen Gesprächen zu dekonstruieren.

Du bist so anders

Zu Beginn der Beziehung sah es so schön aus, im Schaufenster des Partners. Wenn man Glück hat – und Unzufriedenheit und ihre Folgen einen noch nicht den Blick auf den Beginn der Liebe vernebelt haben – dann kann man manchmal sehen, dass Unterschiede – im Lebensstil oder gar der Lebensplanung – früher noch ganz anders bewertet wurden als zum aktuellen Zeitpunkt. Wenn sich die eigenen Soll-Werte nun geändert haben, dann muss man überlegen, wo man mit Veränderung beginnen möchte. Beim Partner oder bei den eigenen Erwartungen.

Die Normalität des Ausnahmezustands

So gute Gründe es für das Zusammenbleiben gibt – und unserer Meinung nach sind das ziemlich viele – so viele Trennungen gibt es doch. Sie sind sowohl für den Verlassenen als auch für den Verlassenden nicht nur schwierige Zeiten sondern regelrechte Ausnahmezustände, in denen (nicht nur) um Schuld und Wiedergutmachung gestritten wird. Denn bei allem Hoffen auf eine versöhnliche Trennung: Trennen tut weh.

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Am 07. Juni bietet Ralf Sturm gemeinsam mit Isabell Lütkehaus ein Veranstaltung zum Thema "Trennung oder doch lieber zusammenbleiben?" an.
Hier erfährst Du mehr:  Seminare zur Paar- und Psychotherapie

 

Für Einzel- und Paartermine können Sie unsere Autoren in der Berliner Praxis oder per Skype oder Telefon kontaktieren: 

Middendorf · Sturm
Praxis für Paar- und Sexualtherapie

Riemeisterstr. 114

14169 Berlin

Tel.: +49 (0) 30 98375922

info@middendorf-sturm.de
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