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Vorsicht: Giftig!

Katharina Middendorf und Ralf Sturm berichten abwechselnd über ihren Alltag als Paar-Therapeuten

von Katharina Middendorf

„Toxische Beziehungen“ – nach dem Modewort „bindungsunfähig“, das vor ein paar Jahren aufkam, der neue Trend! Trends sind immer dann besonders gut, wenn man kurzfristige Hilfe braucht. Bei langfristigen Lösungen hingegen kann es besser sein, sich mehr auf Nachhaltigkeit zu konzentrieren. Denn auch der beste Trend zieht vorüber und nicht immer ist der neue, dann folgende Trend dann auch anschlussfähig...

 

Der Zeigefinger!

Für manch einen reicht eine Zuschreibung von Außen wie z.B. „Ihr tut Euch nicht gut!“, um sich und seine Beziehung als „toxisch“ einzuordnen. Der Mechanismus geht so: Andere geben sich als die Experten deiner Beziehung aus und legen den Zeigefinger in Wunden, die dir vertraut sind oder manchmal (noch) gar nicht bewusst, aber durchaus einleuchtend erscheinen. Es mag ja durchaus sein, dass du dich im Laufe deiner Beziehung verändert hast und zwar so, dass es deinen Freunden nicht gefällt. Es mag auch sein, dass dein(e) Partner*in Seiten hat, die dir und vielleicht sogar auch niemandem anders gut tun. Es mag sogar sein, dass es unverständlich für andere ist, dass ihr euch füreinander entschieden habt.

In stabilen Zeiten sind solche Zuschreibungen von Außen auch kein Problem. Sie prallen ab, wie Regentropfen an einer Fensterscheibe. Aber was, wenn der innere November oder Februar gerade Jahreszeit hat und deine Haut ganz dünn ist und deine Beziehung eine schwierige Phase hat? Das sind die Momente, wo diese Sätze von Außen beginnen können, sich wie kleine Blutsauger an deine Synapsen zu kleben und dort beginnen ihr Unwesen zu treiben. Wenn du sie lässt! Wenn du aber weißt, dass andere, auch nicht Therapeuten,  entscheiden, ob deine Beziehung gut läuft oder nicht, dann weißt du auch, dass du entscheidest, ob die kleinen Synapsenblutsauger ihre Unwesen treiben dürfen. Und dann können Hinweise von Außen wieder das sein, was sie sind: im besten Fall der Ausdruck einer Sorge oder im weniger guten Fall schlichtweg Neid oder schlechte Laune!

Die Eskalation!

Was aber wenn du selbst auf den Gedanken kommst, dass deine Beziehung toxisch ist. Weil ihr euch nur streitet, vielleicht sogar aufs Heftigste beschimpft oder du dich zunehmend depressiv fühlst und die Anwesenheit des anderen besorgniserregende Auswirkungen auf deine Stimmung hat. Da ist die Idee der toxischen Beziehung geradezu eine Erleichterung. Gibt sie doch eine Antwort auf die möglicherweise quälenden Fragen, was mit dir los ist. Es befreit von dem unhaltbaren Zustand, in dem du bzw. du und deine Beziehung sich gerade möglicherweise befinden.

Aber was heißt das dann? In den Ratgebern steht: Trennen! Dann ist das Problem weg. Doch die meisten, die mehr als eine Beziehung hatten, wissen es eigentlich besser:  Das Gift nimmt man mit oder es erwarten einen andere Gifte in neuer Form. Einer kurzzeitigen Erleichterung folgt dann oft die Offenbarung eines viel längerfristig angelegten Mechanismus.

Aus dem Grund plädiere ich dafür, die Erkenntnis, dass die Beziehung toxisch ist, nicht dafür zu nutzen ein Gegengift zu suchen, sondern sich zu fragen, was für ein Gift genau nehme ich da zu mir und wie komme ich eigentlich dazu? Die Antworten auf diese Fragen können der Beziehung ein Ende setzen, und dann habe die Trendsetzer recht, aber die Erfahrung als Therapeutin zeigt mir immer wieder, dass die Antworten auch ganz neue Beziehungs-Dimensionen, sogar in der gleichen Beziehung, eröffnen können.

Mehr Tipps live und in Farbe gibt es bei unseren Seminaren:
https://www.middendorf-sturm.de/seminare

Für Einzel- und Paartermine können Sie unsere Autoren in der Berliner Praxis oder per Skype oder Telefon kontaktieren: 

Middendorf · Sturm
Praxis für Paar- und Sexualtherapie

Riemeisterstr. 114

14169 Berlin

Tel.: +49 (0) 30 98375922

info@middendorf-sturm.de
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