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Lebensschwellen:
Geburt, Kleinkind- und Kindphase

von Wolfgang Krahé und Heinz-Jürgen Weigt

Diese Woche betrachten wir den dramatischen und wechselvollen Schwellenparcours am Beginn unseres Lebens.

Die Geburt als heftige Schwellensituation

Falls Du schon mal ein Kind geboren hast bzw. bei einer Geburt dabei warst, hast Du zweifellos erlebt, eine wie hefige und dramatische Schwelle am Beginn unseres Lebens bewältigt werden muss. Der erste Schrei eines neugeborenen Kindes berührt alle Beteiligten tief und in den Bewegungen des neugeborenen Kindes ist schon so viel spürbar davon, welcher neue Mensch gerade die Bühne betreten hat. Auch für die Mutter ist die Geburt eine heftige Schwellensituation und die meisten Frauen, die mehrere Kinder geboren haben wissen, dass jede Geburt anders ist und dass sie sich selbst während und nach der Geburt anders gefühlt haben. Es macht schon einen riesigen Unterschied, wenn die junge Mutter dreißig oder mehr Stunden Wehen und um die Geburt gerungen hat, ob sie unter Umständen völlig erschöpft ist, oder ob das Kind scheinbar mühelos aus ihr heraus ins Leben glitt.

Bindung als Schwelle

Ziemlich direkt nach der Geburt wartet auf Mutter und Kind, etwas weniger direkt auch auf den Vater, die nächste wesentliche Schwelle. Dabei geht es um das Erlebnis oder eben manchmal auch um das fehlende Erlebnis von Bindung und mütterlichen Gefühlen zu dem gerade geborenen Kind. Viele Mütter können sich direkt von Herzen zuwenden, andere erleben Fremdheit und eben keine mütterlichen Gefühle. Manche Mütter geraten dann in Panik. In diesen Fällen ist es sehr hilfreich zu erklären, dass sich Muttergefühle manchmal erst in den Stunden oder Tagen nach der Geburt entwickeln. Es ist wie ein Programm, das zuerst hochfahren muss. Als nächstes folgt der Aufbau von Bindung zwischen Mutter und Kind, ein durchaus verletzbares Geschehen, in dem sich viele Weichen stellen für die spätere Beziehungsfähigkeit des Kindes. Manches davon reicht bis ins Erwachsenenalter, man könnte sagen, es berührt den ganzen Rest des Lebens.

Sicherheit durch Liebe und Geborgenheit

Ähnliches trifft zu auf zahllose Begegnungen zwischen dem kleinen Kind und seinen pflegenden Personen, an erster Stelle der Mutter. Wie sehr weiß sich ein Kind geliebt? Wie sehr spürt es Geborgenheit, Angenommensein und macht es von Anfang an die Erfahrung, dass jemand kommt, wenn es ihn ruft? Andererseits ist die Frage, inwieweit sich ein Kind als lästig erlebt. Wirkt die Mutter desinteressiert, vielleicht kalt, vielleicht grob? All dies ist die Grundlage für die innere Bilderwelt, für die Frage, bin ich geliebt, bin ich wertvoll, habe ich Einfluss, aber auch, bin ich umgeben von freundlichen, liebenden, hilfreichen Menschen oder muss ich fürchten im Stich gelassen zu werden? Letzteres kann in der kindlichen Seele sogar zu der Angst führen, zu verhungern, oder sonst wie unterzugehen. Es geht also darum, inwieweit ein Kind schon am Anfang seines Leben sein Gefühl von Sicherheit erlebt. Genau dieses Gefühl von Sicherheit ist es, das entscheidend die Funktion seines vegetativen Nervensystems prägt.

Klarheit durch Reflexion 

Du siehst, wie wichtig die Phase von der Geburt bis hin zur Kleinkindphase ist. Wir gehen in unserem Buch Lebensschwellen ausführlich darauf ein, und vielleicht kannst Du diese Themenwoche benutzen, darüber nachzudenken, wie denn dein persönlicher Einstieg ins Leben war. Wenn es noch Zeitzeugen gibt, Eltern oder andere Verwandte, frag nach. Du könntest dann Informationen bekommen, die Deine Sicht auf die Welt nachhaltig klarer werden lassen.


Dr. med. Dipl.-Psych. Wolfgang Krahé ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, sowie Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Gemeinsam mit seiner Frau führt er eine psychiatrische psychotherapeutische Praxis. Zusammen mit Dipl.-ing. Heinz-Jürgen Weigt erarbeitete er die Organisationspsychotherapie und sie betreiben Bridge into life PartG, ein interdisziplinäres Beratungsunternehmen. Heinz-Jürgen Weigt war nach seinem Studium der Ingenieurswissenschaften in verschiedenen Aufgaben im Management tätig. Als Führungskraft war es ihm schon früh ein Anliegen, ökonomische und humanitäre Interessen ins Gleichgewicht zu bringen.

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