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Osteopathie bei Knieschmerzen

von Friederike Reumann

Die Osteopathie stellt den Menschen als Individuum in den Mittelpunkt der Behandlung, nicht das wahrgenommene Symptom. Das Aufspüren der Ursache für die gesundheitlichen Beschwerden durch einen sorgfältigen Befund, nimmt einen wichtigen Teil der Behandlung ein. Gezielt eingesetzte manuelle Impulse auf die betroffene Körperstruktur regen Regulationsmechanismen im Körper an, die zur Homöostase und Linderung der Beschwerden führen.

Die drei Hauptsäulen der Osteopathie

Osteopathie wurde durch den Arzt Dr. Andrew Taylor Still entwickelt. Der Kern der Osteopathie liegt demnach in der Schulmedizin begründet. Die Regulationsimpulse werden aus den drei Hauptsäulen der Osteopathie, parietale- viszerale und craniosakrale Osteopathie, ausgewählt. Parietale Osteopathie bezieht sich hauptsächlich auf das Muskel- Skelett System, also Störungen am Bewegungsapparat. Um eine Wirbelblockierung zu lösen, werden oftmals Manipulationstechniken eingesetzt. Das Feld der viszeralen Osteopathie umfasst die Gesundheit der Organe. Craniosakrale Osteopathie beschäftigt sich mit den feinen Strukturen des Kopfes und der Rückenmarkshäute.

Die Wirkweise der Osteopathie

Das Besondere der Osteopathie ist, dass der Körper als Funktionseinheit anerkannt, und die Ursache der Beschwerdesymptome gesucht und behandelt wird. Die Vorstellung, jedem Körper wohnt ein System der Selbstheilung inne, das grundsätzlich bestrebt ist, sich selbst zu regenerieren, ist Basis der osteopathischen Philosophie. Die Ursache der wahrgenommenen Beschwerden liegt häufig symptomfern, verborgen in den Organen, alten Traumata oder Narben, im Nerven- oder Fasziengewebe. Der Osteopath versucht in seiner Behandlung die Bewegungseinschränkungen aufzuspüren und zu lösen, damit sich das Körpersystem im Folgenden selbst regulieren kann.

Wie verläuft eine Behandlung

Eine Behandlung dauert ca. 60 Minuten. Bei der ersten Behandlung nimmt die Befundung einen Großteil der Zeit in Anspruch. Mit spezifischen Tests wird die zu behandelnde Körperstruktur bestimmt. Bei akuten Beschwerden, wie einer Wirbelblockade oder einen eingeklemmten Meniskus, kann häufig sofort die Ursache behandelt und die Beschwerden gelindert werden. Da bei chronischen Erkrankungen die Entstehung der Ursache meist Jahre zurück liegt, hat der Körper seitdem eine Vielzahl an Kompensationsmechanismen entwickelt, die es Stück für Stück zu behandeln gilt. Die Behandlungstechniken passen sich an die betroffene Körperstruktur an und sind dem entsprechend mal sehr sanft und mal kräftig. Der Re-Check am Ende der Behandlung überprüft das Therapieergebnis.

Gut zu wissen:

In Deutschland ist der Begriff Osteopathie nicht geschützt. Der Osteopath sollte eine Ausbildung von 1350 h haben und in einem Verband zertifiziert sein.

Auf osteopathischer Spurensuche- Schmerzen im Kniegelenk!

Haben Sie gewusst, dass Knieschmerzen häufig nur Kompensationsversuche des Körpers darstellen, um gravierende Folgeschäden einer symptomfernen Ursache wie beispielsweise einer Nervenwurzelreizung in der Lendenwirbelsäule zu vermeiden? Aus diesem Grund sollte  die Ursache der Kniebeschwerden durch einen ganzheitlichen Befundung, in dem alle Körperstrukturen mit einbezogen werden, genau bestimmt werden.  Bildgebende Verfahren, wie ein Röntgen- oder MRT Bild können die Untersuchung unterstützen.

Eine fundierte und genaue Untersuchung muss sein

Das Kniegelenk ist über lange Muskel- und Faszienketten mit dem Fuß und dem Becken verbunden. Ebenfalls bestehen Verbindungen zu Rückennerven und zu einigen Bauchorganen, wie beispielsweise die Nieren. Auch Stoffwechselerkrankungen und ein hormonelles Ungleichgewicht können Symptome im Kniegelenk verursachen. Deshalb werden in der Osteopathie alle Körperebenen in den Befund und in die Untersuchung eingeschlossen; das Organsystem, die Nerven, das Blutsystem, das Knochen- Skelettsystem  und das fasziale Netzwerk. Selbst alte Operationsnarben und emotionale Aspekte spielen im Befund eine Rolle. Bevor Sie über eine lokale Knie Operation nachdenken, lassen Sie überprüfen, ob Ihre Knieschmerzen nicht vielleicht ein Symptom einer Senkniere, einer Krampfader oder einer Beckenfehlstellung sein könnten und eine konservative Behandlung mit Osteopathie oder Physiotherapie eine bessere Alternative darstellt.

Knieschmerzen können viele Ursachen haben

Das Kniegelenk ist fest in das Körpersystem integriert. Durch starke Muskel- und Faszienketten ist das Knie mit dem Fuß und dem Becken direkt verbunden. Die häufigsten Kniebeschwerden entstehen durch eine Fehlfunktion in diesen Nachbargelenken, die bei Überlastung vermehrte Zug- und Reibekräfte auf das Kniegelenk übertragen und die lokalen Kniestrukturen, wie Meniskus, Muskelansätze oder Schleimbeutel, reizen. Bei der Behandlung korrigiert der Osteopath zunächst den Fuß und das Becken, damit sich die betroffene Muskulatur entspannen und die in Fehlfunktion geratene Körperstatik neu ausrichten kann. In der vorausgegangenen Untersuchung werden auch die Nerven des unteren Rückens getestet. Ausstrahlende Schmerzen, die vom Rücken in das Kniegelenk ziehen und einen ganz typischen Schmerzverlauf vorweisen, deuten auf eine Nervenwurzelreizung hin. Die Reizung entsteht häufig durch eine Wirbelfehlstellung oder durch eine Engstelle, die der Nerv passieren muss. Aber auch eine Senkniere, Narben im Bauchraum durch beispielsweise Gebärmutterentfernung oder Zysten können Nerven, die den unteren Rückensegmenten entspringen, irritieren und Knieschmerzen verursachen.

Einseitige Überlastung sollte vermieden werden

Erkrankungen des Stoffwechsels, des Hormonhaushalts oder rheumatische Erkrankungen, die ebenfalls Knieschmerzen verursachen können, werden bereits in der Anamnese abgefragt. Selbstverständlich kann das Kniegelenk auch direkt betroffen sein. Durch berufliche Belastung oder intensives Training im Sport können die Kniestrukturen direkt verletzt werden. Die bekannteste Verletzung ist der Kreuzbandriss oder ein Meniskusabriss. Jahrelange, einseitige  Überlastung kann zu einer schweren Arthrose führen mit chronischen Reizzuständen und ständigen Schmerzen. Hier kann eine operative Maßnahme durchaus helfen und die Lebensqualität verbessern.

Selbstfürsorge

Egal  ob für Sie eine Operation oder eine konservative Behandlung in Betracht kommt, das Wichtigste ist, Lebensgewohnheiten zu ändern, die sich der Genesung des Kniegelenks in den Weg stellen. Die beste Operation kann nicht helfen, wenn Sie Ihre sportliche Aktivität nicht anpassen oder bei der Arbeit weiter kniend tätig sind. Auch der beste Therapeut kann Ihre Beschwerden nicht lindern, wenn Ihre Schmerzen von den Rückennerven ausgehen und Sie den Rücken durch sitzende Tätigkeit immer wieder in die Krümmung zwingen. Sie als Patient sind aufgerufen, unproduktive Lebensmuster zu ändern. Sorgen Sie für gesunde, beständige Bewegung, auch bei Arthrose! Wenn nötig, reduzieren Sie das Gewicht, damit die Knie nicht so viel Last tragen müssen. Achten Sie auf eine basenreiche, fleisch- und zuckerarme Ernährung. Durch Ihre Mithilfe können Heilungsprozesse schneller greifen und nachhaltig wirken. Das wird Ihre Lebensqualität entscheidend verbessern!


Mehr Tipps rundum das Thema Gesundheit und Selbstheilung findest du in "Ich hör' auf mein Bauchgefühl" von Friederike Reumann 

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