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Raus aus dem Beziehungskeller

Katharina Middendorf und Ralf Sturm berichten abwechselnd über ihren Alltag als Paar-Therapeuten

von Katharina Middendorf

„Oft wird der Grund für Probleme in der Paarbeziehung darin gesucht, dass man zu wenig Zeit füreinander hat. Da hat uns Corona vielerorts kollektiv eines besseren belehrt und dabei nicht selten die Büchse der Pandora geöffnet...“

Aller Übergang ist schwer...

Es ist zu beobachten, dass es besondere Lebensphasen sind, in denen Paare vermehrt Probleme miteinander zu bekommen scheinen. Oft sind es die Zwischenmomente im Leben, wenn man zwischen „Davor“ und „Danach“ festzuhängen scheint. Zwischen „So will ich das nicht mehr“ und „Aber wie soll es dann sein?“. Ich nenn das gerne Nadelöhr-Situationen, denn man fühlt sich eng und gefangen und hat keinen Plan wie man rauskommen soll – weder nach hinten noch nach vorne scheint Platz zu sein.

Warum es in Beziehungen eng wird!

Die Gründe sind vielseitig, aber haben gemeinsam, dass es meistens externe Faktoren sind, die innere Veränderungswünsche anstoßen. Den Schilderungen jüngerer Paare liegen oft Umstände wie Jobwechsel, Kinderfrage, Auslandsaufenthalte  zugrunde. In der Dunstkreis-Problematik mittelalter Paare sind es nicht selten Themen wie Heirat, Familiengründung, Berufs(wieder)einstieg, die für das Nadelöhr sorgen. Bei Beziehungen über die Lebensmitte sind es vermehrt Krankheit, Verluste, „Rente“. In diesen Übergangssituationen beginnt das Paar, Dinge in Frage zu stellen. Und weil viele von uns gelernt haben, dass man in der Beziehung lieber nichts in Frage stellen sollte, weil eine glückliche Beziehung nur eine harmonische Beziehung ist, die immer mit Verliebtheitsgefühlen und tiefer Verbundenheit einhergeht, wird es eng.

Ausreden? Ausreden lassen!

Der Lock-Down rund um Corona hat den individuellen Gründen eine kollektive Note verpasst. Von jetzt auf gleich wurden zigtausende von Paaren mit einander konfrontiert. Das Ergebnis in vielen Beziehungen war nach ein paar Tagen/Wochen: „Oh Gott, jetzt habe ich den oder die ständig um mich!“ Das alleine wäre nicht das Problem. Die Schwierigkeit besteht bei vielen Paaren oft darin, dass jahrelang angenommen wurde, dass die mangelnde Zeit der Ursprung der Entfremdung oder der Konflikte war. Corona hat damit den Grund Nummer 1 der Rechtfertigung weggenommen. Ohne Vorwarnung. Vorbei die Zeiten von: „Ja, wir sehen uns ja auch so selten.“, von: „Wenn er nicht soviel arbeiten würde...“ oder von „Es sind ihre Hobbies, die uns auseinander bringen.“ Sicher, neue Corona-Argumente wie: „Obwohl wir uns sehen, haben wir keine Zeit.“ , „Wir sind nur noch Eltern und Organisatoren unserer Kinder.“ oder „ Klar, dass es ohne Restaurants und Bars nicht mehr klappt.“ waren schnell gefunden, was aber bei vielen blieb, war der fahle Nachgeschmack, warum in Deutschland Hefe und Mehl zuerst ausverkauft waren, statt wie in anderen Ländern Kondome und Rotwein.

Lass uns reden, Schatz!

Das Schöne an einer Krise ist, dass sie vorbeigeht. Und wie bei allen Krisen haben sich einige Paare getrennt, andere wiederum das Kapitel Corona wie bereits andere „Vorkommnisse“ in der Beziehung in den Beziehungskeller gepackt. Wie jede Form des Übergangs aber, birgt auch diese kollektive Erfahrung die Chance auf individuelle und gemeinsame Reifungsprozesse. Es ist Zeit, zu reden! Und zwar über Wünsche, Hoffnungen und Befürchtungen. Es ist Zeit, sich dem und der anderen zuzumuten und gemeinsam, wie auch alleine zu gucken, was läuft gut und was soll und muss sich ändern bzw. soll und darf sich nicht ändern!

Tipp

Wenn man in der Falle der Ideenlosigkeit steckt, auf der Suche nach Zukunftsentwürfen, dann ist es manchmal super hilfreich, sich folgendes zu fragen:

  • „Was darf sich unter keinen Umständen (an unserer Beziehung) ändern?“
  • „Was ist schützenswert, bewahrenswert (an unserer Beziehung)?“
  • „Wieso habe ich meine(n) Partner*in am Anfang gewählt?“

Auf diese Weise kann man die Blickrichtung ändern und das Nadelöhr beginnen zu verlassen. Es kommt wieder Bewegung ins Spiel und Bewegung tut gut, macht frei und erhöht das Gefühl von Freude und Glück! Und das ist in jedem Fall etwas erstrebenswertes im Leben: sich immer wieder eine Portion Fröhlichkeit zu gönnen...

Abschließend hab ich noch eine kleine Videobotschaft für euch: 


Mehr Tipps in live und in Farbe gibt es bei den
Seminaren von Ralf Sturm und Katharina Middendorf oder in therapeutischen Paargesprächen und Einzelsitzungen

Für Einzel- und Paartermine können Sie unsere Autoren in der Berliner Praxis oder per Skype oder Telefon kontaktieren: 

Middendorf · Sturm
Praxis für Paar- und Sexualtherapie

Riemeisterstr. 114

14169 Berlin

Tel.: +49 (0) 30 98375922

info@middendorf-sturm.de
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