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Der verborgene Gott

Die über-menschliche, spirituelle Dimension der „Corona-Krise“

von Jürgen Fliege

Jürgen Fliege, ev. Pastor, ehemaliger Fernsehpfarrer der Nation und Bestsellerautor, beschäftigt sich in seiner kritischen Auseinandersetzung mit den Begleiterscheinungen der Coronakrise, u.a. auch mit der Position der Kirchen, denen er vorwirft, ihre Schäfchen in den vergangenen Monaten in ihren letzten und schwersten Stunden schmählich im Stich gelassen zu haben.
Wir geben den Text in unserem Magazin wieder, weil wir die Auffassung vertreten, dass es zu diesem Thema in einer Demokratie auch einer Meinung jenseits des Mainstreams bedarf. Jürgen Fliege ist zudem Autor unserer Mediengruppe.

Umgang mit Epidemien

Als im Mittelalter die schwarze Pest über uns kam, half es nicht, die Ratten zu töten, sie zu erschlagen, wo immer man sie finden würde, sie auszurotten bis auf das letzte Tier. Das waren sicher gestern wie heute die ersten hilflosen, weil panischen, oft auch gut gemeinten Versuche von Selbstschutz, Eindämmung und Quarantäne. Doch es war vergeblich! Die Ratten leben immer noch mit uns. Sie sind ein Teil unserer Zivilisation. Man musste, damals wie heute, mühevoll und geduldig die Bedingung finden, warum es zur Epidemie kommen konnte, und sie dann verändern. Damals machte man unter anderem die Ratten verantwortlich. Doch die tieferführende Frage lautet bis heute: Was läuft da so gründlich falsch zwischen Natur und Mensch, dass der Mensch im stetigen Kampf mit der Natur isoliert auf der Verliererseite angelangt ist?

Die Rettung kam in den Pestepidemien bekanntlich nicht durch den Kampf gegen die Ratten, sondern durch Hygienemaßnahmen im umfassenden Sinn. Ein Kulturschritt und historischer Einschnitt. Ähnlich lief es im 19. Jahrhundert mit der Tuberkulose und anderen Seuchen. Hygiene (gr. für: gesund) war immer wieder ein Quantensprung in der Menschheits- und Medizingeschichte. Und wie es scheint, steht uns so ein Schritt heute auch ins Haus, und zwar drastisch. Heute wird es wohl ein erzwungener Schritt sein, das rechte Maß an ein neues altes Miteinander zwischen Mensch und Natur neu zu gehen. Das Konzept, nämlich die Bedingungen zu ändern, hat sich damals bewährt. Warum nicht auch heute? Corona werden wir nicht ausrotten können. Das Virus gehört zu uns. Wir haben globale Bedingungen, die es immer neue Wirte finden lassen. Diese Viren sind schlau und halten sich ihre Wirte. Die sozialmedizinischen Sümpfe und Rattenlöcher von heute lassen wir derweil außer Acht solange wir wie gebannt auf Corona starren! Also: Rüstet auf! Weltweit! Und die Sümpfe von Umweltverschmutzung, das Dickicht der Städte, Madrid, New York, Rio, Luftverpestung in Italien, Lothringen, London, Chinasmog, Entlaubung der Natur, Abholzung des Regenwalds – all das bleibt wie und was es ist. Ebenso unsere falsche Ernährung, Fleischsucht, Fettleibigkeit und Diabetes in den USA oder Mexico. Das Plündern der letzten Tierreservate in China und Afrika, am Amazonas und Südostasien, all das bleibt im Kampf gegen Corona außen vor.

Die Privatisierung der Medizin, Vermarktung von Heilung bei uns, das Kaputtsparen des Gesundheitssystems im Vereinigten Königreich, in Spanien, Italien, in den USA und überall, das wollen wir nicht sehen. Da müssten und könnten wir ja etwas dran ändern! Wir müssten uns kümmern. Das unbesiegbare, unausrottbare Virus wird uns jedoch zwingen, unseren Schatten anzuschauen. Das kapitalistische Mantra: „Arbeitsplätze und Wachstum kosten eben Menschenleben“, steht vor der Wand, scheint nun absurd.

Mehr noch: Das Virus hat, gerade weil es so relativ harmlos daherkommt und nicht Millionen von Opfern fordert, das Potential einer Reset-Taste, was den Untergang der jetzigen Zivilisation durch die Ökokatastrophe betrifft. „Alles auf Anfang!“ Es hat etwas warnendes Prophetisches. Es will nicht zerstören, es will retten.

Ich sorge mich, dass wir vor lauter Viren den Wald nicht sehen, das große Ganze. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass all die unübersehbaren Folgen des weltweiten Lock-Downs geplant in Kauf genommen werden. Genauso wenig, wie ich mir vorstellen kann, dass die Katastrophe einem geheimen also konspirativen Drehbuch folgt. Dafür ist sie zu komplex, zu gewaltig, zu schöpferisch, göttlich auch. Was liegt da an ganz anderen, eher spirituellen, Aerosolen in der Luft? Ich lausche und verneige mich eher als dem Einberufungsbefehl zu gehorchen und zu den Bio-Waffen zu greifen.

Vielleicht hilft mir das Aufschreiben, meine Unruhe und Sorge darüber in Kreativität und Weisheit zu verwandeln. Das alles ermöglicht mir nun ein chinesisches freilaufendes Virus, die unsichtbare Ratte der Aerosole. Gelobt sei es!

Als Berlin und die ganze Welt nach dem letzten Karnevalsrausch mit einem gewaltigen Kater endlich aufwachten und prompt in den Panikmodus verfielen, da waren in den entscheidenden Gremien kein Schamane oder Umweltmediziner, kein Priester, kein Häuptling Seattle, kein Anwalt der Schöpfung, kein systemisch spürender Mensch dabei und nur wenige Frauen. Nicht einmal jene erfahrenen Mediziner, die in Schweine- und Vogelgrippe-Zeiten als einzige den Durchblick gehabt hatten, hatte man gerufen.

Die Regierungsberater kamen diesmal alle aus einer akademischen Ecke mit grandiosen Fehleinschätzungen auf ihrem wissenschaftlichen Konto. Das war doch derselbe Prof. C. Drosten, der vor nicht einmal zehn Jahren im Verein mit WHO und RKI vor einem Massensterben durch Schweine und davor durch Vogelgrippe warnte. Alles vergessen? Unsere Millionenimpfstoffe für Abermillion Euro, die alle auf dem Sondermüll landeten? Alles vergessen? Qualifiziert das nun zum Chefberater der Berliner Regierung? Wohl eher deshalb, weil die führenden Köpfe der Regierung aus demselben enggeführten naturwissenschaftsgläubigen Milieu stammen, Physiker, Chemiker, Schulmediziner. Hat man jemals den Mut gehabt zu denken und sagen, für über zwanzigtausend Tote machen wir keinen Lockdown.

Wie viele erwartete Toten rechtfertigen denn solche Maßnahmen? Einer, Tausend, Zehntausend, Hunderttausend? Sie waren offenbar alle miteinander gebannt von einer uns bis heute unbekannten Zahl.

Das entsprechend einseitige Ergebnis kann allein daher nicht einer systemischen Prüfung standhalten. Es taugt nichts. Wir haben es wieder mal mit dem sattsam bekannten Trigger zu tun, das Fremde kontrollieren zu müssen, damit es uns keine Angst macht. Augen auf, statt Nachtgebet! Kontrolle ist besser. Vertrauen ist unangebracht.

Halbgötter in Weiß

Ich sah und sehe wie wohl alle anderen auch, dass eine weltweite Virusinfektion unterwegs ist. Sie kam und kommt wie alles. Und sie wird gehen wie alles und immer. Wird gehen „wie Gras, das morgens blüht und bald welk wird und des Abends wird es abgehauen und verdorrt“ (Psalm 90). Sie ist zu umfassend, zu gewaltig, zu natürlich, zu „göttlich“, als dass man sie durchmenschliche Kontrolle niederringen könnte. Sie hat daher zweifellos etwas allumfassendes Spirituelles. Sie erwartet eine Antwort. Welche wäre denn angemessen? Die politischen FührerInnen reden von einem Kampf auf Leben und Tod. Geht es auch anders? Weniger kriegerisch, martialisch, männlich, mehr arrangierend, umfassend, weiblich?

Wie immer und vielleicht auch immer öfter kommen diese Epidemien doch über uns in großen Wellen, die um den Erdball laufen wie ein Tsunami, der uns scheinbar unter sich begraben will. Es ist ein Preis für die Globalisierung. Es ist die konsequente und kompromisslose Antwort auf unsere Plünderung und Zerstörung der Natur, verbrannte Erde! Das System Erde aber ist nicht so hilflos wie es oft scheint. Es schlägt zurück. Auge um Auge, Zahn um Zahn, Gift um Gift, Verwüstung um Verwüstung, zielgenau.

Ich sehe allerdings anhand der aktuellen Zahlen der Infizierten und Gestorbenen immer noch nicht, dass die Welle so exorbitant und alles übersteigend ist, dass nun Leben gegen Leben aufgerechnet werden müsste. Mir scheint, dass man in unübersichtlicher Situation überreagiert. Das kann ja passieren! Es muss aber nicht passieren. Aber ein Eingeständnis ist allemal fällig.

Es erinnert an einen Patienten, der wegen heftiger Beschwerden in seiner Panik zu seinem Arzt rennt, der einem dann gestützt auf seine Apparate das Unheil verkündet, vor dem nur er den Patienten retten kann. Und auch dann nur, wenn er ihm jetzt und voll und ganz vertraut. Und der Patient? Der säuft in seiner Angst geradezu ab, statt sich von einem anderen Arzt eine zweite Meinung einzuholen. Sein Selbstvertrauen ist gekränkt und im Keller. Er hat Angst, mit dem hinterfragten Vertrauen zum ersten Halbgott ungeschützt und nun ganz allein und von allen guten Geistern und Göttern verlassen vor dem bösen Schicksal zu stehen. Wie soll ein kranker Mensch eine richtige und gesunde Entscheidung fällen? Arztbesuche haben etwas von schwarzer und weißer Magie. Je nachdem.

Die Ärzte von heute sind die letzten Autoritäten. Säkulare Halbgötter in Weiß. Jeder Patient begibt sich guten Glaubens in die Hand des Arztes. Da ist er dann auch voll und ganz. Und niemand kann ihn in seiner Panik vor dieser Fremdbestimmung und Abhängigkeit befreien. Ich höre sie doch alle, wenn sie vom Arzt kommen. Was sagen sie da? "Der Arzt hat gesagt…“, „Roma locuta, causa finita!“ Die Sache ist erledigt. Nachfragen zwecklos.

So hat das die unfehlbare römische Kirche jahrhundertelang vorgemacht und die dennoch Fragenden dem Scheiterhaufen und später dem ewigen Fegefeuer überantwortet. Und so, genauso, haben es die säkularisierten aufgeklärten Priester in Weiß übernommen. Wer aufbegehrt, muss sich dann auch noch rechtfertigen. Nein danke! Wir haben es mit uns dann einfach geschehen lassen. In der Krise tendieren wir gerne zur Opferrolle.

Da hätten ja erfahrene Ärzte zur Verfügung gestanden für eine zweite Meinung. Ihre Zahl wächst zudem von Tag zu Tag und Woche zu Woche. Mit ärztlicher Erfahrung auf allen Ebenen, vom Hausarzt bis zum international anerkannten Experten. Die hatten sich vornehm und still angeboten und tun es noch. Auch weltweit. Aber nein! „Mein Arzt hat gesagt! Mein Epidemiologe rät! Neueste Untersuchungen sagen…“ Und so sind die anderen mit der zweiten Meinung bis heute nicht zu Wort gekommen. Die Kirche in Rom lädt keine Häretiker zur Beratung ein. So tut es die Kirche der Angst in Berlin und überall auch nicht. Die zweite Meinung wurde schlicht von den Beratungen ausgeschlossen. Die „Neueste Studie“ ist das immer letzte Kapitel in der Offenbarung des neuen Epidemiologen-Evangeliums.

Da herrschten dann in Berlin und Co. nur noch Panik und Angst. Und das sind bekanntlich die schlechtesten aller Ratgeber und Ärzte. Miserable Notärzte sind das, die, statt dem Patienten in seinem Schock und in seiner Todesangst gut zuzureden und zu beruhigen, um ihr Immunsystem zu stärken, die Angst erst recht anfachen. Zum Beispiel mit ungeprüften Horror-TV-Bildern aus Italien, die durch jede Tagesschau und Talkshow wedeln. Und das alles immer auf dem unbestreitbaren Hintergrund, dass wir Jahr um Jahr Zig-Tausende von Toten haben, die unsere Kultur so hinnimmt oder wegsteckt oder gar verleugnet. Ab in den Keller des kollektiven Unterbewussten damit. Nicht dran rühren! Da liegen ja nicht nur nicht sezierte Grippetote. Die auch.

Die Opfer der Konsum-Religionen

Die totgeglaubten Leichen im Keller unserer Zivilisation stehen nun auf und wehren sich, weil sie systemisch weniger bedeutend sein sollen als Covid19 Tote. Sie waren im wahrsten Sinne des Wortes, in Kauf genommen, waren eingepreist. Die Tausende Tote im Verkehr, die Hunderttausende wegen Diabetes Gestorbenen – woran die Zuckerindustrie ihren Anteil hat. Die Lungenkrebstoten durch Rauchen und Feinstaub, die Herz- und Kreislauferlegenen Massentierhaltungsgenießer, die Opfer durch falsche Ernährung und durch Stress im Hamsterrad der Ökonomie. Sie alle wollen jetzt gehört werden. Aber nach diesem ständigen Verrat an Millionen Menschen kräht kein Hahn, solange ausgerechnet die Zigarettenindustrie einen Leipziger CDU-Parteitag sponsert.

Selbst die höchsten Corona-Sterbezahlen weltweit reichen lange nicht an diese Opferzahlen der Konsumreligionen. Warum sieht das niemand und schreit? Ganz einfach: Wer jetzt schreit, stellt die Systemfrage. Der fragt nach dem Sinn solchen Lebens. Unter dem Pflaster regt sich was.

Warum dann jetzt solch ein Aufstand? Weil das Quotenfernsehen erschütternde Bilder aus Italien lieferte? Die kamen Berlin zugegebenermaßen nicht ungelegen und werden als Dauerschleife zur Einschüchterung immer noch gesendet. Wer Radikales von seiner Bevölkerung erwartet, braucht eben einen gefährlichen, alles bedrohenden Gegner. Für die allgemeine Mobilmachung braucht man den Feind vor den Toren und nicht in Ebola-Westafrika. Norditalien wäre gut! Hannibal ante Portas! Wo dann auch keine Zeit mehr zu bleiben scheint, sich einmal zu fragen, warum in unserem Fall bald die Hälfte der Opfer ganz Italiens aus einem einzigen Bezirk Norditaliens stammen, und die anderen Provinzen mit demselben Virus wie überall in der Welt, so auch in Deutschland, mit einem gewaltigen Schreck und bei guter Führung mit nur ca. zwei bis drei Promille Todesopfer am politischen Steuer davonkommen?

Was war denn da los in der Lombardei, was woanders eben nicht los war? Luftverschmutzung, Grippeimpfung an alten Menschen um die Jahreswende, Verlegung alter, ja uralter, greiser, gebrechlicher Menschen aus überlasteten kaputtgesparten Hospitälern in noch mehr überlastete Pflegeheime, Krankenhäuser, die keine Patienten aus anderen Häusern nehmen wollten, wenige bis keine Intensivbetten und noch weniger Therapieerfahrung, falsche Behandlung, Künstliche Beatmung bis zum Überdruck? Wenige dort unübliche Krematorien. Und kein Schutz, gar keiner, für sich aufopfernde Ärzte und Pfleger! Was war da los? Und warum wollte das bei uns niemand so genau wissen? Es gibt doch so etwas wie Multimorbidität! Warum gibt es die in Corona-Zeiten nicht mehr?

Oder war es vielleicht auch ein schlechtes Gewissen, weil man in Berlin über alle Gro-Ko-Regierungsjahre hinweg die Warnungen vor Pandemien verantwortungslos in den Wind geschlagen hatte? Wir bunkern zwar Öl und Erbsen, Mehl und Gas. Aber da war keine Schutzkleidung, kein Atemschutz, kein nichts! Hilfe! Schwamm drüber! Ein Skandal, für den sich niemand interessiert. Motto: Wir schauen nicht zurück, wir schaffen das , wir schaffen an, es geht voran! Und nun? Unsere Ärzte und Pfleger stehen schutzlos da als „Kanonenfutter“, wie sie selbst sagen. Und für den bedrohten Altenheimen und ihren Betreuern haben wir erst recht nichts anzubieten! Kein Konzept und keinen Schutz. Dabei zeigt sich von Gangelt bis Tirol, was das Virus zum Leben braucht: Feuchtwarme geschlossene Räume ohne gute Lüftung, mit vielen schwitzenden erwachsenen Menschen. Da bist du reif. Und das warst du zu Grippezeiten immer schon.

Darum kam dann aus Berlin das mütterlich besorgte Kommando: "Die Lage ist ernst." Das klang nach Adenauer und Kaltem Krieg, der uns damals wie heute zwingen sollte, aufzurüsten. Darum wird in die Hände gespuckt und aus dem deutschen Boden gestampft, was nur geht. Und wenn gerade nichts geht, dann wird den Bürgern eben erst dann der Mundschutz verordnet, wenn man die „Masken“ irgendwann mal, wenn auch als Schrott aus China, hat. Solange sollen sich die lieben Wissenschaftler darüber streiten, damit das Regierungsversagen nicht auffällt. Später aber alle Mann an die Fanfaren: „Alle Welt schaut auf dieses Land, Deutschland! Deutschland, Deutschland über first! Schaut, wie gut wir Politiker sind“. Wenn man das hört, denkt man, dass da wohl ein paar Strophen vertauscht wurden.

((Ach ja, sorry, die Türken zum Beispiel sind besser, weniger Tote! Allah sei Dank!))

Derweil nähen im neuen Deutschland deutsche Bräute und deutsche Mütter wie anno dazumal vor jeder Emanzipation zuhause Masken für die Front. Einen Mann sah man dabei nicht.

Die Rolle der Medien

Die großen Medien sind in ihrer Sprache, Tendenz und Info-Auswahl zu meinem großen Erschrecken regierungshörig bis zum Überdruss. Sie sind keine vierte Gewalt, wie ich glaubte. Ich vertraue ihnen nicht mehr. In der SZ las ich, dass Journalisten eher wie Suppengrün seien. Sie schwämmen auf jeder Suppe bzw. reiten auf jeder Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Das darf doch nicht wahr sein! Sie kennen weder Gesinnungs- noch Verantwortungsethik. Sie sind Gesinnungstäter und müssten sich eigentlich verantworten. Vor wem? Ihre Gesinnung kommt von oben. Medien verkommen leider wie in jeder großen Krise zum Regierungssprachrohr. Sogar direkt oder indirekt von der Regierung gesponsert weil mit regierungsfrommen Werbeaufträgen versorgt.

Bevor ein Krieg kommt, ist das erste Opfer schon erledigt. Die Wahrheit bleibt auf der Strecke. Bevor es losgeht mit dem Krieg, gibt es bekanntlich immer Kriegsgeschrei in den Medien. Sie rufen mit Unterstützung der Regierung die Massen zu den Waffen. Nicht nur im sunnitischen Iran oder im kommunistischen Nordkorea. Die Medien lassen uns gleichsam an der Heimatfront Schützengräben ausheben, Barrikaden aus verschlossenen Haustüren errichten und verordnen Denkverbot. Denken ist jetzt keine Alternative. Nachdenken ist eine Art moralisch disqualifizierte „Orgie“. Sie lassen bis heute keine andere Sicht der Dinge zu. Selberdenken scheint wie eine Art Wehrkraftzersetzung zu sein. Sie zensieren sogar das Netz und löschen kritische Beiträge aus öffentlich-rechtlichen Mediatheken. Sie löschen dort mit Regierungshilfe und seinem „Wahrheitsministerium“, dem Robert Koch Institut, ohne Begründung was das Zeug hält. Sie schießen aus vollen Rohren. Und so werden Andersdenkende wie ich mit unserer abweichenden und begründeten Skepsis medial für verrückt erklärt: psychisch auffällig, also behandlungsbedürftig. Die Zeitungen liefern jetzt den nötigen Impfstoff in Millionenauflage, um unser eigenständiges Denken auszurotten. Kann man sich gegen Zweifel impfen lassen?

Hier ein kleines Beispiel für ein seriöses Fragen a la Sesamstraße: „Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm!“

Und weil wir ja an die Hand genommen werden wollen und wenigstens ich nicht dumm bleiben will, frage ich wie ein Kind: Warum werden in diesen Kriegswochen auch die Krebs-, Kreislauf- und anderen lebenssatten "üblichen" Toten zu den Corona-Kriegsopfern gezählt? Das störte anfänglich niemanden von den Offiziellen. War das Absicht? Galant unterscheidet man auf Vorhalt später zwischen „an“ und „in Verbindung mit“ dem Virus gestorben. Aber die Zahl bleibt die gleiche. Hä? Ja, geht’s noch?! Was soll das denn? Wenn einer an Herzinfarkt starb, aber wie in Hamburg bei der Obduktion auch Coronaviren gefunden werden, was ist er dann? Georg Floyd, den die Polizei in den USA umbrachte, hatte Corona. Auf welcher Liste steht der?

Warum sollte von Anfang an regierungsamtlich verordnet kein Verstorbener obduziert werden? Warum wurde nicht zwischen Erkrankten und nur Infizierten unterschieden? Das ist doch ein gewaltiger Unterschied! War das, weil ebenso vom RKI verordnet, auch Absicht? Warum gab es keine Heinsberg-Studie deutschlandweit, um zu sehen, wie weit wir uns schon mit dem Virus arrangiert haben und Kinder kaum betroffen sind, wie Fachleute vermuten? Warum sagt man immer noch, dass die Zahlen der Toten weiter steigen und steigen? (Stimmt ja objektiv, das tun die Herzinfarkte und alles andere auch das ganze Jahr. Jeden Tag werden es mehr.) Ist das Information oder Manipulation oder pädagogisches Eintrichtern durch ständige Wiederholungen? Und warum wandert der Medienzirkus von einem Hotspot, wenn er abgegrast ist, wie die Heuschrecken zum nächsten? Von England in die USA, von dort nach Brasilien, Chile, Indien usw.

Das sind wir von Privatmedien, die allein auf Quote aus sind, leider gewohnt. Das stecken wir mittlerweile weg. Aber jetzt sind sich auch ARD, ZDF, der „Spiegel“, die „Süddeutsche“, die FAZ, die nicht einmal mehr bezahlte Inserate von Andersdenkenden abdruckt, und all die anderen nicht zu schade. Statt Informationen Hetze, Verleumdung, Bloßstellung, Verächtlichmachung!

Es gibt bis heute (Anfang Juni 2020) in den großen Medien unseres Landes kein Interview mit dem weltweit führenden Epidemiologen von der Stanford University, Prof. Johannidis (und vielen anderen mehr), die im März den tatsächlichen Corona Verlauf mit seinem Auslaufen im Mai vorhersagten. Warum eigentlich nicht? Stattdessen aber all abendlich ein sauertöpfischer Haut- und Knochenprofessor Dr. Lauterbach, „der Professor aus Köln“, wie ihn Altkanzler Schröder nennen würde. Er führt im Ranking der Talkshowgäste. Das ist also der Mann, der hunderttausende vor dem Tode rettete und uns heil durch die Zeiten bringt und für zwei Jahre alle Schulen und Kindertagesstätten schließen will!

Die Medien sehen in ihrem Selbstverständnis als Wächter der Wahrheit auch in mir und all den anderen schwerfälligen Skeptikern eine Art zweiter Runde Pegida und AfD. Sie sehen immer noch nicht, dass die „Flüchtlingskrise“ vor fünf Jahren wesentlich auch ein Ost-West Verständigungs- und Verachtungsproblem der Westeliten kaschierte und vertuschte, während wir jetzt doch eher von Baden-Württemberg, also von Südwest nach Nordost Grenzen ziehen. Das liegt wohl weniger an der Nähe zu Ischgl, dem Skiballermann, sondern eher an dem Milieu der Menschen im Südwesten. Da gab es schon im Mittelalter Bauernaufstände gegen die Fürsten. Da feierten die Grünen ihren ersten Sieg in Weil am Rhein gegen Atomkraft, da blühen die Naturmedizintraditionen, hier wurden die ersten Waldorfschulen gegründet und ein protestantisch-pietistischer Geist gegen alle kirchliche und weltliche Obrigkeit konnte hier atmen. Motto: Wir können alles! Außer Hochdeutsch! Nicht umsonst Stuttgart wurde zum Mekka von Widerstand 2020. Während es vor fünf Jahren die verängstigen und verstockten „undankbaren Ost-Dumpfen“ waren, die man nicht hören und sehen wollte, sind es jetzt viele Alu-Intellektuelle und Mittelstand-Hysteriker. Gegen die und ihre Gründe bringt man „Faktencheck“ bzw. „Correktiv“ in Stellung, ein Portal, das sich von den großen Parteistiftungen und mächtigen Parteilobbyisten sponsern lässt. „Correktiv“ singt auch nur die Lieder seiner Vogel-Fütterer. Wie viele Jahre haben Journalisten eigentlich die Schule besucht, um immer noch nicht zu wissen, dass es weder objektive Wahrheiten noch unumstößliche Fakten gibt? Für die Unbelehrbaren fragt man in allen Medien Experten, Psychologen und Ärzte um guten Rat vor der Tat.

Die Würde des Menschen

Wer nun wirklich mit einem Anderen und auch offen reden will, um zu verstehen- die Politikerspreche heißt ja seit ein paar Jahren: "Wir haben verstanden!" - der sollte vielleicht lange verheiratet oder sonst voller Verzweiflungs- und Versöhnungserfahrung sein. Ein Mediator wäre gut. Verständigung und dann Versöhnung geht ja ungefähr so: Der Klügere oder Leidende fängt an und sagt: Ich sehe deine Tränen und höre dein Seufzen, deine Schmerzen, dein Zweifeln, und unsere zunehmende Entfremdung kümmert mich mehr und mehr. Und ich frage mich leise, was ich vielleicht falsch gemacht habe, dass du mir nicht mehr über den Weg traust! Das muss eine alte Geschichte haben. Können wir reden? Bei Verstummen und Streit in der Beziehung helfen kein Datencheck und Nachhilfeunterricht im Rechthaben und Rechtbehalten, sondern vorsichtige, tastende Schritte in den Schuhen des jeweils anderen. Da braucht man keinen Experten. Das haben gute Bundespräsidenten schon vorgemacht. Versöhnen statt spalten. Zum Beispiel: War es wirklich richtig und unausweichlich, die Sterbenden allein zu lassen? War das nicht ein kalter Anschlag auf die unantastbare Würde des Menschen? Und was für einer! Das ging und geht gar nicht. Das wird immer zum Himmel schreien. Das war der größte Sündenfall der Krise. Selbst im allerschlimmsten Kugelhagel der Feinde robben die Soldaten unter Lebensgefahr und holen ihren sterbenden Kameraden zu sich in den eignen Graben. Das ist das Versprechen in jeder Armee. Gestorben wird in den Armen der Angehörigen.

Stattdessen erlebe ich eine Fahnenflucht aus unseren so oft bemühten Werten. War da mal etwas mit Würde? War das angemessen, fragen ja mittlerweile auch die Gerichte, die Alten wochenlang ohne Schutz in Alten- und Pflegeheimen in ihre Zimmer zu sperren? Essen, wenn möglich, auf dem Gang serviert wie im Gefängnis? Wie einfach war das für die Regierung und das selbstentleibte Parlament, die Kirchen und da und dort auch den Wald für jedermann zu schließen! Herkömmliche Spiritualität und Gemeinschaft, das stellt sich im Kapitalismus heraus, sind eben keine Lebensmittel mehr, weil ja bei Aldi und Lidl nicht zu haben. Sie sind zu billiger Folklore verkommen. War das richtig, das Singen von Chorälen, das uns aufrichtet und stark macht, gänzlich zu verbieten? Beispiel gefällig: Im Stehen zu singen in großer Not und Traurigkeit zum Aufbau der Resilienz von Körper, Geist und Seele, Luthers Choral Ein feste Burg: „Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es muss uns doch gelingen!“ War das richtig, bei jeder neuen Durchsage aus Berlin himmelhohe Angst zu verbreiten? So viel Angst in Millionen von Herzen zu schütten? Und dann jeden Tag einen neuen zweiten Teufel an die Wand zu malen, weil das Blut des ersten Teufels mit den Daten an R-Strahlkraft abnahm, verblasste und abzublättern begann?

Zur Sache

Ich halte allein medizinisch gesehen diese "Seuche" oder Epidemie bisher eher für eine, die nur etwas aus dem üblichen Rahmen fällt. Mehr nicht. Mehr geben bis heute weder die Toten noch die Lebenden her. Aber vor allen Dingen halte ich sie auch nicht für weniger gefährlich als die jetzt ständig verharmlosten Grippen! Auch die Grippe-Infizierten sind ja nicht nur an Lungenentzündung, sondern auch an Thrombosen gestorben. Warum hat man sich denn politisch bzw. journalistisch vor zwei Jahren nicht um die 25.000 Grippetoten bei uns gekümmert? Die lagen doch auch bei uns und in aller Welt auf den Gängen der Krankenhäuser, zwischengelagert. Was ist jetzt anders?

Und endlich: Der Lockdown bringt keine Lösung. Er verschleppt Covid-19 wie eine nicht auskurierte Krankheit mit Symptomverlagerung in gefährliche Tiefen. Nach den Krankheitsgesetzen des Dr. Häring wird eine Krankheit umso gefährlicher, wie sie von den Extremitäten in die Mitte des Körpers rückt. Wenn sie also von den Rändern des Lebens mit über 80 Jahren in die Mitte der Gesellschaft vordringt, was ist da gewonnen? Wer etwas mit Gewalt unterdrückt muss die Gewalt auf Dauer implantieren.

Was soll das Ziel des Lockdowns sein? Corona auszurotten? Wie denn, wo denn? Nur in unserem Land? Ganz ohne Nachbarn und Europa? Oder in Europa mit sicheren Grenzen ohne die Nachbarn aus Asien und Afrika und zur übrigen Virus-Welt? Oder sogar in der ganzen Welt? Bis wann? Und was machen wir bis dahin?

Der Lockdown war auch in Deutschland schon Mitte März überflüssig, wie die offiziellen Zahlen ausweisen. Die wurden nicht besser im Laufe der Monate, während die Welle ausrollte. Wir hier in Spanien, wo ich unfreiwillig eingeschlossen lebe und schreibe, haben schon vor den Deutschen seit dem 14. März das absolute polizeiüberwachte strenge Lockdown und dennoch Totenzahlen, die einen das Fürchten lehren könnten, wenn man sie nicht luftholend, aber mit Gottvertrauen gelassen vergleicht und nach den wahren Ursachen sucht. Wer seit neun Wochen alles zusperrt, wirklich alles, müsste doch konsequenterweise nach ca. zwei Wochen wesentliche Erfolge seiner Maßnahme sehen? Erfolge im Vergleich zu Deutschland oder gar Schweden! Da sind aber keine Erfolge. Die strengsten Maßnahmen, die meisten Toten! Da ist dieselbe Kurve wie überall, ein steiler Anstieg und dann das langsame Ausrollen. Die Kurve sieht in aller Welt sehr ähnlich aus, egal, was man macht. Und die Spanier kauern zum Teil immer noch in ihren Wohn-Quadratmetern.

Was denn dann? Was sollen wir tun?

Stille ist angesagt. Sogar Ehrfurcht. In ihr allein kann man das Heilende erfahren. Wir müssen lauschen. Nach der Botschaft der Krise fragen. Ihre natürliche Bewegung analysieren. Und die ist klar am Tag: Die erlösende Stille, die Wiederentdeckung der Langsamkeit, das rechte Maß! Die Wiederentdeckung, dass eine Lösung in einer neuen Ethik und nicht in der Technik neuer Waffen liegt. Smal is beautyfull hieß das mal vor 50 Jahren. Wer jetzt in den Krieg zieht, um gegen das Virus zu kämpfen, fördert nur, dass wir dem Rausch der Geschwindigkeit ein weiteres Mal erliegen. Das Virus zwingt uns in den Beichtstuhl des Universums, um dort all unsre Versäumnisse offen zu legen. Was bekennen wir da? Wir sahen uns der Natur überlegen. Wir müssen unseren Sünden wie Müll endlich anschauen. Wir brauchen eine Art Auswilderung, zurück in eine wieder aufeinander achtgebende Community. Wir sollten weltweit unseren Umgang mit den Schwachen der Gesellschaft, mit den Kranken und Gebrechlichen in den Blick nehmen. Die Würde des Alterns ist unantastbar! Das kapitalgesteuerte Krankenhauswesen, die Umwelt, die Lebensweisen vergleichen. Wir schauen alle auf Corona und werden von unserem Versagen im privatisierten Gesundheitswesen und all den anderen Folgen eines falschen Lebens abgelenkt. Da liegen die wirklichen Unterschiede und damit die Ursachen für Krisen wie Corona. Das gilt auch für Italien, England, USA und erst recht für die Völker und Nationen der sogenannten Dritten Welt. Erinnert sich denn keiner an all die Jahre und Jahrzehnte mit den üblichen Seuchentotenzahlen, die die Welt ungerührt hinnahm? Hungertote interessieren dabei längst nicht mehr. Die Tausende im Mittelmeer? War da was?

Der wahre Entscheider über Leben und Tod ist nicht die Gesichtsmaske, sondern das Sozial- und Krankenhauswesen. Und da sind wir uns wohl einig: Es gibt auch bei uns tödliche Kollateralschäden bei jedem Krankenhausaufenthalt - durch Überbehandlung und Krankenhauskeime. Oder durch verschleppte Operationen und dadurch, dass man gar nicht erst hingeht, aus Angst, sich anzustecken. Wo sind denn jetzt unsere akuten Herzinfarkte und Schlaganfälle, wo doch bekanntlich Minuten zählen? Wo sind die, die sonst mit Blaulicht in unseren Krankenhäusern landeten? Waren das alles nur Simulanten oder liegen sie schon mit reduzierter Trauergemeinde auf den Friedhöfen?

Eine dies alles sehende und berücksichtigende Szenerie aus dem Innenministerium wird unterdrückt: Der Leiter des Referats KM4 (Schutz Kritischer Infrastrukturen) im Bundesinnenministerium hatte eine 86-seitige medizinische Schadensanalyse des Shutdowns erstellt und ist zu einem alarmierenden Ergebnis gekommen: „Der Kollateralschaden ist inzwischen höher ist als der erkennbare Nutzen“. Der ministeriale Autor ist erst einmal „freigestellt“. So nennt man das, wenn man ins Bergfreie fliegt.

Der Kampf zwischen Schulmedizin, also der am Kausalen, am Warum, an der Ursache, an der Wissenschaft fokussierten Medizin, der anamneseorientierten, hochtechnisierten Apparatemedizin, der Controllermedizin auf der einen Seite und der Naturmedizin auf der anderen Seite, jener Medizin also, die immer auch am Sinn, am Wozu, an integrierender Therapie interessiert ist, einer Medizin, die der Krankheit als Führung vertraut - dieser Kampf der beiden Traditionen tobt einmal mehr. Es ist zugleich der Kampf zwischen Säkularisation und Spiritualität, zwischen seelenlosen Körpern und beseelten Menschen, zwischen einem analysierten Teil, den Symptomen, und dem Ganzen, dem Geflecht des ganzen Lebens. Diesmal wütet er weltweit. Es ist ein ungleicher Kampf, wenn man sich die „Rüstungsausgaben“ für diesen Kampf ansieht. Er scheint aussichtslos. Das hat etwas Imperialistisches. Man bringt den Indigenen und Verstockten den Segen der modernen Medizin und Coca Cola. Schluckimpfung kommt gern mit Zucker daher.

Da will ich daran erinnern, dass man gegen die sogenannte Spanische Grippevor hundert Jahren genau wie heute (!) schulmedizinisch gar nichts tun konnte, weil nur die Selbstheilungskräfte des Menschen das Virus besiegen bzw. integrieren. Ich möchte daran erinnern, dass es da, nach dem Ersten Weltkrieg, in der Schweiz den Dr. Berner Bircher gab, den bekannte „Müslimann“, und sein Krankenhaus. Da starb, so höre ich von seinem Enkel, niemand! Frische Vollwertkost, Vitamin D und Hyperthermie waren die Säulen der Therapie. Das war sensationell.

Und dies ist meine Position: Ist das Virus zu stark, bist du zu schwach! „Fishermans Friends“ grüßen aus der Schweiz! Also wo sind die täglichen Sondersendungen für alles Volk über die Stärkung der Selbstheilungskräfte? Natur erleben, sich mit ihr verbinden, Rituale der Ordnung, Spiele der Liebe, Selbst kochen und gute Ernährung, Gesellschaft, Lebensfreude, Versöhnung und Hoffnung, Zuversicht? Berührungen an Leib und Seele, die Wundermittel in der Epigenetik und die „Sieben Werke der Barmherzigkeit“ der Heiligen. Elisabeth von Thüringen (1207-1231), wenn es das Leben nicht gut meint? Wo sind sie? Sie sind nicht gefragt. Stattdessen fast stündliche Sondersendungen über Angst und Grauen und über den sich langsam aber sicher nähernden Tod, wenn man nicht die Tür zumacht und die Maske aufsetzt.

Maske! Nicht Mundschutz! Mummenschanz also. Das alles sorgt nur noch für mehr Tote, die aber namenlos bleiben. Die Suizidforscher machen schon darauf aufmerksam. Während sich bei uns die Regierungsexperten als Lebensretter von 100.000 Menschen aufspielen und ehren lassen, die angeblich ohne ihre Maßnahmen erstickt wären. Mit allem Respekt! So auf sich und seine vermeintlichen Heldentaten zu schauen ist arrogant und wenig demütig. Da ist Hybris, wo sie nicht hingehört. Erst recht nicht bei einem Heiler. Es ist gottlos, weil ohne Ehrfurcht vor Leben und Sterben. Impfen gegen tödliche Seuchen scheint mir selbstverständlich! Impfen gegen einen Gegner, der "nur" ca. zwei Promille an Todesopfern fordert, ist es nicht. Erst recht nicht, wenn der Gegner sich in einem Jahr völlig neu aufgestellt hat. Impfen ist anerkanntermaßen auch nicht ohne Nebenwirkungen. Darum gibt es ja jahrelange Testphasen. Wer dann, wie der in der Dritten Welt viel gescholtene, aber bei uns hochverehrte Herr Bill Gates in der ARD davon träumt, alle sieben Milliarden Menschen zu impfen und dann in der EU mit Hilfe auch der Kanzlerin sieben Milliarden für die notleidende Pharmaforschung einzuwerben, der muss sich Fragen gefallen lassen. Nicht, was sein Gutmenschentum angeht, sondern seine Kompetenz und eine öffentliche demokratische Legitimation.

Die Rolle der WHO muss tatsächlich auf den Prüfstand. Eine so wichtige UNO Instanz, die weltweit Pandemien ausrufen kann, ohne massenhafte, alle Zahlen überrumpelnde Opfer zu befürchten, und statt Pandemien auch Panik verbreiten kann, darf nicht auf privates Geld von Pharmafirmen und Mäzeen und den damit verbundene Interessen angewiesen sein.

Und was ist mit unserer Mutter Kirche?

Wenn wir als Kirche und Kirchenleute in der Öffentlichkeit überhaupt in den letzten Jahren eine Kernkompetenz behalten bzw. zurückgewinnen konnten, dann ist das in der Palliativ- bzw. Hospizarbeit und in der Sterbebegleitung. Da haben wir gelernt. Und da drängt sich keiner so leicht hin. Alle erfahrenen PfarrerInnen wissen das längst. Wenn sie nämlich irgendwo zu einem beliebigen Termin zu spät kommen, sagen sie gerne, sie seien bei einem Sterbenden gewesen. Da verstummt der ganze Ärger. Der Tod ist im Raum und herrscht. Menschen zu begleiten auf ihrem letzten Gang ist für die Kirche essential. Es ist der USP der Geistlichkeit. Da wagen sich die säkularen Sozialdienstarbeiter des Staates ganz ohne Lieder, Stille, Hingabe, Rituale, Kerzen und Gebete nicht ran. Da versagt der Verbraucherschutz. Da geht’s ans Eingemachte ohne jedes Verfallsdatum.

Doch unsere Konsumgesellschaft hat die Allgegenwart des Sterbens ausgelagert und nicht mehr integriert. „Out-sourced“, nennt man das in der modernen Wirtschaft. Das rächt sich gerade so bitter. Erfahrungslos faselt alle Welt von drohender Triage, die wir doch jeden Tag vornehmen. Stimmt doch! In Krieg und Frieden. In Krankenhäusern und in Krankenkassen. Zu teuer, zu alt, lohnt nicht! Wer kennt nicht die Bescheide? Und nicht nur da. Wir opfern doch täglich für unseren Lebensstil Kinder, Frauen und Männer. Doch jetzt auf einmal fürchtet sich das Volk vor jedem toten Greis. Ich weiß es aus vielen Jahren Sterbebegleitung und Trauerarbeit, analog und digital! Wie viele Angehörige wollen ihre Verstorbenen nicht einmal mehr sehen? So groß der Tod, so groß die Angst! Sie haben eben kein Wissen und keine Ahnung mehr vom Leben, weil sie das Ende des Lebens nicht sehen wollen. Das säkularisierte gottlose wissenschaftsgläubige Volk ahnt nur das Ende, kennt nicht den Anfang. Kein Psalm mehr im Herzen. Keine Himmelsleiter. Kein "der Wolken, Luft und Winde gibt Wege, Lauf und Bahn" (Paul Gerhardt: Befiehl du deine Wege“). Kein griechischer Fährmann mehr, der noch ruft, kein Johann Sebastian Bach. Kein Händel. Und kein Halleluja mehr, weil es ja ansteckend sein könnte. Es sei denn hinter vorgehaltener Hand.

Wir werden durch diese Corona- Kopf- und Herzlosigkeit in unserer menschlichen Entwicklung zur Hingabe, Resilienz und Aufgeschlossenheit bei aller vorübergehend neu entdecken Liebe für den Nächsten zwanzig, dreißig Jahre zurückgeworfen. Weit zurück, bis in das Ende des letzten Jahrhunderts, wo wir an vielen Fronten dafür warben und arbeiteten, dass der Tod zu akzeptieren sei und nicht immer und zu jeder Zeit auf Teufel komm raus zu bekämpfen ist. Der Tod kommt auch als Freund, als Erlöser, als Erbarmer. Ja, das ist wahr! Mit Elisabeth Kübler Ross, seligen Angedenkens haben wir Instrumente, Tools, entwickelt, wie wir ihn annehmen könnten, Patientenverfügungen gegen eine Ausrüstungsmedizin um jeden Preis, Palliativmedizin, also einen Pallium, einen wärmenden Mantel um den fröstelnden Sterbenden - statt nur beheizte Intensivstationen – all das wurde entwickelt und Gott sei Dank gebaut. Und wer starb, wurde auch nicht gleich im Plastiksack wie Sondermüll aus dem Haus getragen, weil Leichengift zu befürchten war, wie man es uns mit dem Bundesseuchengesetzen weismachen wollte. Aber so weit ist das Berliner RKI mit seinem anfänglichen Verbot, Leichenschau zu halten, wohl immer noch nicht, wenn wir unsere Verstorbenen mit bürgerlichem Ungehorsam tagelang zuhause aufgebahrt lassen, um Zeit für Abschiede zu haben. Denn wer vom Tod nicht verängstigt und nicht ausweicht, der hat Zeit für über den Tod hinaus nachgetragene Liebe und spart sich für die nächsten Jahre seine uneinholbare Trauerarbeit und Therapiekosten.

Wo also waren wir kirchenbeamteten Adams und Evas, als Gott in Gestalt der Sterbenden uns rief? Wir hatten uns versteckt. Wir hatten Termine. Wir waren in Berlin bei Hofe, um uns einnorden und einlullen zu lassen. Da waren wir. Und wir wurden dort belobigt, sanft über den Kopf gestreichelt, weil wir brav waren und versprachen, mit in den Krieg zu ziehen als Feldprediger gegen das asiatische Virus. Da waren wir. Aber zu Hause, da waren währenddessen doch auch unsere sterbenden Großmütter, Schwestern und Brüder, die ihr ganzes Leben unter unseren Kanzeln saßen, immer auch in der Hoffnung, die Kirche und ihre DienerInnen wären am letzten aller Irdentage für sie da? Wo waren wir?

Da aber, wo eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit seit Alters her es von uns erwartet und verlangt, da waren wir nicht. Wo warst du, Kirche, als die Menschen nach deinen DienerInnen und deinem göttlichen Trost, dem heiligen Öl, deiner Hand und nach der Hostie, dem Brot des Himmels rief? Warst du zu Hause? Hattest du auch so viel Angst wie die anderen? Hattest du wenig, zu wenig Gottvertrauen? Hattest du keine Erinnerung mehr, angstgelöschte Erinnerung an die Geschichten Jesu? Oder wartest du, mit Beamtengehalt versorgt, wieder bis nach dem Sturm auf dem See - und dann darauf, dass es irgendwann wieder Zeit wird und billiger wird, ein sogenanntes Schuldbekenntnis abzulegen? Deine sattsam bekannte Spezialität aus der Speisekarte des Wortes Gottes.

Ich sah sie kirchenleitend und vorbildhaft fast alle in Reih und Glied als Feldprediger im "Gerechten Krieg" gegen das Virus. Sie liebten den Feind nicht. Sie verachteten die Worte ihres eigentlichen himmlischen Herrn. Sie konnten in ihrem Anthropozentrismus nicht sehen, dass auch ein Virus eine Funktion in der Schöpfung hat. Kleiner, viel kleiner als ein biblisches Senfkorn hat es Macht, die Welt zu verändern. Schaut das unendlich kleine Virus! Es setzt uns gewaltig unter Stress, damit wir endlich antworten auf all die längst übertragenen und verleugneten Infektionen unserer Zeit. Wir könnten ja „responsable“ sein, also in der Lage zu antworten. Wir aber greifen zu den Waffen. Vielleicht aber ahnten die Prediger wohl intuitiv, dass es im kapitalistischen Hamsterrad auch mit genügend Klopapier kein gutes Ende nehmen wird. Und dann sagten sie ihr „Ja“ dazu und ihr „Amen“ in der apokalyptischen Weltuntergangsübung und bebilderten es sprachlich mit Szenen aus der flämischen Malertradition eines Piet Breughel.

Aber wie der verlachte, verleumdete Prophet Jesaja, 700 vor Christus, die totbringenden Fremden aus dem Osten irgendwie willkommen zu heißen mahnte, mitten in der engen menschenschwangeren Stadt Jerusalem voller Kinder und Frauen, um Schlimmeres zu verhüten, und um endlich aus den nutzlosen Wehranlagen mit den verengten Sehschlitzen zu kommen, das konnten sie mal wieder nicht. Adam, wo bist du? Jesus, der Mensch der Menschen, der in diesen Augenblicken von Jesaja vor über zweieinhalbtausend Jahren prophetisch gedanklich in unserer Kultur angelegt wurde und dann auch kam, war anders. Ihm zuzuhören und zu folgen ist nötiger als alles andere. Ich wäre gern sein Mitläufer.

Jürgen Fliege


Jürgen Fliege ist Deutschlands bekanntester Pfarrer. Er ist TV- und Radiomoderator, Filmemacher und Publizist. Ein ungeduldiger Streiter für neue spirituelle Erfahrungen und weite religiöse Toleranz. Seit 2010 ist er im Un-Ruhestand.

2017 erschien bei uns sein Buch Beten - Anleitungen für dein Gespräch mit Gott.

Sieben Verlage unter einem Dach - Kamphausen.Media aus Bielefeld mit den Imprints jkamphausen, Aurum, fischer&gann, Theseus, Lüchow, LebensBaum sowie der Tao.Cinemathek verlegt seit über 35 Jahren Bücher in den Themenbereichen Persönlichkeitsentwicklung, ganzheitliche Gesundheit, Meditation, Spiritualität und Psychologie. Unser Ziel ist es, mit unseren Produkten jeden Menschen auf seinem Entwicklungsweg in seinen Talenten und seinem Bewusstsein, seinem Glück und seiner Essenz bestmöglich zu unterstützen.
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